Die Aufsteiger
Fusionen und Akquisitionen sind es insbesondere, die Veränderungen im Ranking der größten deutschen Banken bewirken. Beispiele sind die Übernahmen der Eurohypo durch die Commerzbank, das Engagement der Postbank beim BHW und die Einbindung der BHF-Bank in das Geschäftsmodell des Privatbankhauses Sal. Oppenheim.
Auf dem heimischen Bankenmarkt gibt es eine feste Größe: Branchenprimus ist die Deutsche Bank. Der Global Player glänzte 2005 erneut mit einem dynamischen Wachstum, das die Bilanzsumme in die Nähe der 1-Billion-EUR-Marke hochschnellen ließ. Es ist keine Frage, dass diese Schwelle per Ende 2006 überschritten sein wird. Die weitere Expansion des Finanzkonzerns erhält unter anderem durch die Übernahme der Berliner Bank Impulse.
Auch in der Gruppe der anderen Spitzenbanken gab es Bewegung. Die Übernahme der größten deutschen Hypothekenbank, der Eurohypo AG (Bilanzsumme: 234,3 Mrd. EUR), verleiht der Commerzbank (444,9 Mrd. EUR) einen kräftigen Schub. Die Großbank wird künftig die Nummer zwei unter den führenden Finanzinstituten in Deutschland sein. In der Rangliste für 2005 ist dieser Aufstieg nicht ersichtlich, da die Transaktion im vergangenen Jahr noch nicht bilanzwirksam geworden ist.
Im Segment der Großbanken hat es 2005 jedoch eine andere Veränderung gegeben: Die HypoVereinsbank hat die Dresdner Bank auf Platz zwei abgelöst. Durch den grenzüberschreitenden Zusammenschluss der Münchener HVB Group mit der italienischen UniCredit Group ist hier natürlich die europäische Dimension stärker ins Blickfeld geraten. Der neue Konzern ist durch die Fusion in die Liga der Top 10 der europäischen Bankenwelt aufgestiegen. In Mittel- und Osteuropa ist die neu formierte Gruppe sogar eindeutiger Marktführer.
Klar im Aufwind befindet sich die Deutsche Postbank. Bislang belegt sie zwar erst den 16. Rang unter den deutschen Top-Instituten, doch durch die Akquisition des BHW wird sie einen deutlichen Sprung nach oben machen. Die BHW-Übernahme ist Ausdruck der Postbank-Strategie, die bereits sehr starke Position im Retailgeschäft weiter auszubauen.
Privatbankhäuser: Kräftige Expansion
In eine neue Dimension vorgestoßen ist Sal. Oppenheim jr. & Cie., nachdem das traditionsreiche Kölner Privatbankhaus die BHF-Bank von der ING Group übernommen hat. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich auf über 3.000 mehr als verdoppelt, das betreute Vermögen ist auf rund 100 Mrd. EUR sprunghaft angestiegen, und die Bilanzsumme erhöhte sich 2005 um 173% auf rund 32 Mrd. EUR. Damit verbesserte sich Sal. Oppenheim im Banken-Ranking um 26 Plätze auf Position 40. Ein ebenfalls bemerkenswerter Aufstieg gelang HSBC Trinkaus & Burkhardt. Das Düsseldorfer Bankhaus legte für das Geschäftsjahr 2005 eine goldgeränderte Bilanz vor und nimmt nunmehr Position 56 (nach 63) im Feld der Top-100-Banken ein.
Mobile Autobanken
Dynamik entwickeln auch die Direktbanken. So setzte die zum niederländischen Finanzkonzern ING gehörende Diba AG ihren Höhenflug fort. Nachdem sie in 2002 noch auf Position 97 zu finden war, schaffte die mittlerweile größte Direktbank Europas im vergangenen Jahr dank kräftiger Expansion eine Verbesserung auf Platz 27.
Ebenfalls auf der Überholspur befinden sich die Autobanken. Die Volkswagenbank liegt nach dem Wachstum der vergangenen Jahre inzwischen im Mittelfeld der Top 100. Nur sieben Plätze dahinter rangiert ein weiterer Autofinanzierer: die DaimlerChrysler Bank, die erst seit vier Jahren im Besitz einer Vollbanklizenz ist.
Die Gruppe der Landesbanken, die in der Liste der größten deutschen Kreditinstitute seit Jahren die Positionen fünf bis 20 dominieren, wird von der Landesbank Baden-Württemberg (Rang fünf) angeführt, gefolgt von der BayernLB. Nur noch auf Platz neun ist die WestLB zu finden, die bereits 2002 in der Liste der Top 100 abgerutscht war, nachdem die NRW Bank (Platz 17) ausgegliedert worden war.
Die Zahl der Sparkassen ist 2005 von 477 auf 463 weiter zurückgegangen. Größtes Institut bleibt mit einer Bilanzsumme von 31,8 Mrd. EUR die Hamburger Sparkasse auf Rang 42, gefolgt von der Sparkasse KölnBonn, der Kreissparkasse Köln und der Nassauischen Sparkasse auf den Plätzen 45, 48 und 55. Die Frankfurter Sparkasse belegt Rang 61.

