Wertpapierdepots

Die Zahl der Wertpapier-Kundendepots sank 2007 von gut 30,1 Mio auf 29,7 Mio. Das von der deutschen Kreditwirtschaft verwaltete Wertpapiervermögen beziffert die Bundesbank für Ende 2007 mit gut 2 Bio €. Seither sind sowohl Zahl als auch Wert der Depots gesunken.

Nahezu ein Drittel der Wertpapier-Kundendepots inländischer Deponenten betreuen Kreditbanken, Realkreditinstitute und Banken mit Sonderaufgaben. Auf diese Institutsgruppe - vornehmlich private Banken - entfielen Ende 2007 gut 9,4 Mio Depots (Tabelle 1). Gegenüber dem Vorjahr ist eine, wenn auch nur geringfügige, Zunahme zu verzeichnen. Bei allen anderen Institutsgruppen nahm die Depotzahl 2007 mehr oder weniger deutlich ab. Etwas mehr als 9 Mio Depots, nach knapp 9,3 Mio Ende 2006, entfallen auf Kapitalanlagegesellschaften. Gut 7,8 Mio Depots verzeichnen Sparkassen und Landesbanken. Die Kreditgenossenschaften kommen auf 2,9 Mio Depots. Die Deutsche Bundesbank und die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland führen zusammen 0,46 Mio Depots, das entspricht einem Anteil von 1,5 %. Im ersten Halbjahr 2008 war die Gesamtzahl der Wertpapierdepots weiter rückläufig.

Gemessen an den Beständen besitzen die privaten Banken eine noch deutlichere Führungsrolle. So betreut die Gruppe der Kreditbanken, Realkreditinstitute und Banken mit Sonderaufgaben 62 % des von der Bundesbank erfassten Kunden-Wertpapiervermögens, bei Aktien sogar fast 70 % (Tabelle 2). Sparkassen und Landesbanken folgen mit 20 % des Depotvermögens. Die Kreditgenossenschaften einschließlich ihrer Zentralbanken kommen auf 8,5 %, die Kapitalanlagegesellschaften auf 6 %. Bundesbank und Finanzagentur verwalten nur 3,3 % der Wertpapierbestände.

Von den erfassten gut 2 Bio € Wertpapiervermögen inländischer Deponenten entfällt mit etwa 908 Mrd € der größte Teil auf die privaten Haushalte (Tabelle 3). Es folgen die Versicherungsgesellschaften mit 523 Mrd €. Organisationen ohne Erwerbszweck verfügen über 84 Mrd € Wertpapiervermögen, der Staat über immerhin knapp 82 Mrd €. Die Wertpapierbestände ausländischer Deponenten können „aufgrund einer noch unzureichenden Datenqualität“ (so die Deutsche Bundesbank) nicht aufgeführt werden.

 

1. Wertpapier-Kundendepots nach Bankengruppen
  Depots Ende 2007 Depots ende 2008
  in Tsd in v. H. in Tsd in v.H.
Kreditbanken, Realkreditinstitute, Banken mit Sonderaufgaben 9.434 31,7 9.421 31,2
Kapitalanlagegesellschaften* 9.075 30,5 9.277 30,8
Sparkassen und Landesbanken 7.836 26,4 7.975 26,5
Kreditgenossenschaften und genossenschaftliche Zentralbanken 2.933 9,9 2.999 9,9
Bundesbanken und Finanzagentur 457 1,5 476 1,6
Insgesamt 29.735 100,00 30.148 100,0
*Einschließlich Kreditinstitute, die nicht als Banken gelten, aber das Depotgeschäft betreiben wie z.B. Wertpapierhandelsbanken
Quelle: Deutsche Bundesbank, eigene Berechnungen

 

2. Depotbestände diverser inländischer Deponenten nach Bankengruppen Ende 2007 zu Kurswerten *
  Schuld-
verschrei-
bungen
Aktien Invest-
mentzerti-
fikate
Wertpapiere insgesamt
  Mrd. EUR v. H. Mrd. EUR v. H. Mrd. EUR v. H. Mrd. EUR v. H.
Kreditbanken,
Realkreditinstitute,
Banken mit
Sonderaufgaben
228,2  47,3 407,3  69,6 641,7  65,0 1.277,2 62,2
Sparkassen und
Landesbanken
119,2 24,7 118,8 20,3 172,2 17,4 410,3 20,0
Kreditgenossen-
schaft.und genoss.
Zentralbanken
78,1  16,2 48,6 8,3 48,4 4,9 175,2 8,5
Kapitalanlage-
gesellschaften**
-,- -,- -,- -,- -,- -,- -,- -,-
Bundesbanken und Finanzagentur 57,3 11,9 10,1 1,7 0,1 0,0 67,5 3,3
Insgesamt 482,8 100 584,9 100 986,6 100 2.054,3 100
* Nicht alle Deponenten sind erfasst. Es fehlen zum Beispiel inländische sonstige Finanzinstitute und Ausländer insgesamt.
** Einschließlich Kreditinstitute, die nicht als Banken gelten, aber das Depotgeschäft betreiben wie z.B. Wertpapierhandelsbanken.
Quelle: Deutsche Bundesbank, eigene Berechnungen.

 

3. Depotbestände diverser inländischer Deponenten*
 Ende 2007 in Mrd. €
Private Haushalte 908,5
Versicherungsgesellschaften 522,8
Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften 457,4
Organisationen ohne Erwerbszweck 83,9
Staat 81,7
Insgesamt 2.054,3
*Nicht alle Deponenten sind erfasst. Es fehlen zum Beispiel inländische sonstige Finanzinstitute und Ausländer insgesamt.
Quelle: Deutsche Bundesbank.

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