Aktienkultur
Die Zahl der Aktionäre und Fondsbesitzer in Deutschland hat sich stabilisiert. War das zweite Halbjahr 2008 infolge der Turbulenzen an den Aktienmärkten vor allem gekennzeichnet durch einen dramatischen Rückgang der Zahl der Aktienanleger, so gibt es nun Anzeichen für eine Besserung: Im ersten Halbjahr 2009 waren rund 8,8 Mio Anleger direkt oder indirekt in Aktien investiert. Dies entspricht einem Anteil von 13,6 % der Bevölkerung. Damit ist die Zahl der Aktienanleger insgesamt um 20.000 gestiegen.
Die 8,8 Mio Aktienbesitzer unterteilen sich in knapp 2 Mio reine Aktionäre (3,1 % der Bevölkerung), die ausschließlich direkt in die Aktie investieren, 5,4 Mio Fondsanleger (8,4 %) sowie 1,4 Mio Anleger (2,1 %), die sowohl Aktien als auch Anteile an Aktienfonds halten. Gegenüber dem Höchststand im Jahr 2001 bedeutet die aktuelle Zahl der Aktienanleger einen Rückgang um rund 4 Mio Anleger (-31,4 %), gegenüber dem Jahr 1997 hingegen ein Plus von 3,2 Mio Anlegern oder 57,1 %.
Insbesondere Aktienfonds (einschließlich gemischte Fonds, die in Aktien investieren) hatten einen Zulauf zu verzeichnen. Die Zahl der Fondsanleger stieg um 232.000 bzw. 3,5 % an auf nunmehr 6,8 Mio. Dies entspricht einem Anteil von 10,5 % an der Bevölkerung. Im langjährigen Vergleich liegt die Zahl der Fondsanleger damit um 4,5 Mio über dem Wert des Jahres 1997 (plus 196 %), aber 2,9 Mio unter dem Rekordstand des Jahres 2001 (minus 30 %).
Der Zunahme der Zahl der indirekten Aktionäre steht allerdings im 1. Halbjahr 2009 ein Rückgang der Anzahl der Aktionäre gegenüber, die direkt in Aktien investiert sind (direkte Aktionäre), was nicht ausschließt, dass diese gleichzeitig Fondsbesitzer sein können. Derzeit halten rund 3,4 Mio Anleger bzw. 5,2 % der Bevölkerung Aktien in der Direktanlage. Das sind noch einmal 190.000 bzw. 5,3 % weniger als noch im 2. Halbjahr 2008.
Zusammengefasst ist damit festzustellen, dass sich die Anleger im ersten Halbjahr 2009 stärker der indirekten Aktienanlage über Aktienfonds und gemischte Fonds zugewendet haben. Der Zuwachs in dieser Gruppe konnte den neuerlichen Rückgang bei den Direktanlegern kompensieren, so dass insgesamt eine Stabilisierung bei der Zahl der Aktienanlage zu beobachten ist.

