100 Jahre BVV

Vor 100 Jahren als Altersversorgungseinrichtung für Bankangestellte gegründet, ist der BVV in Berlin, der mittlerweile die drei Säulen BVV Versicherungsverein, BVV Versorgungskasse und BVV Pensionsfonds des Bankgewerbes repräsentiert, heute die größte Pensionskasse Deutschlands. Der Weg zur Spitze war zeitweise überaus steinig. Er führte durch schwere politische und wirtschaftliche Krisen.

Die Idee zur Gründung des „Beamtenversicherungsvereins des Deutschen Bank- und Bankiersgewerbes a.G.“ (BVV) entsprang dem wirtschaftlichen und sozialen Umfeld der Bankangestellten zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts. Zwar existierte seit 1889 die staatliche Altersversorgung, doch erstreckte sich die gesetzliche Versicherungspflicht lediglich auf Arbeitnehmer mit einem Jahresverdienst bis zu 2.000 Mark. Ein großer Teil der Bankbeamten hatte indessen ein höheres Einkommen, so dass Bedarf an betrieblichen Versorgungseinrichtungen bestand. Die damals bereits gegründeten Pensionskassen einzelner Institute wiesen noch gravierende Mängel auf. Die Unverfallbarkeit der Versorgungsansprüche war nicht rechtlich garantiert. Sie gingen dem Angestellten insbesondere dann verloren, wenn er zu einem anderen Unternehmen wechselte.
Wie alles begann
Auf eine Verbesserung der misslichen Situation durch den Gesetzgeber wollten weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer warten. Sie setzten vielmehr auf Eigeninitiative und nahmen die Gründung eines überbetrieblichen Versorgungswerks für Bankmitarbeiter in Angriff. Wesentlich erleichtert wurde die am 11. Juli 1909 in Berlin vollzogene Gründung durch den weitgehenden sozialen Konsens zwischen den beteiligten Parteilen: dem Centralverband des Deutschen Bank- und Bankiersgewerbes und dem Deutschen Bankbeamten-Verein.

So betonte der erste Aufsichtsratsvorsitzende des BVV Prof. Jacob Riesser in einem Schreiben vom Dezember 1910 an den damaligen Reichskanzler Dr. von Bethmann-Hollweg: „Unser Versicherungsinstitut … würde nicht zustande gekommen sein, wenn nicht gerade im Bankgewerbe ein besonders lebhafter und wirksamer Zusammenhang zwischen Chefs und Angestellten vorhanden wäre.“ Die bei der Gründung gegebene Konsensfähigkeit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist offenbar über die Jahrzehnte hinweg erhalten geblieben. Bis heute sind die Gremien des Vereins paritätisch besetzt.

In Problemsituationen geriet der BVV denn stets auch nur durch äußere Einflüsse. Gelang es noch, die Folgen des Ersten Weltkriegs und der Inflation zu Beginn der 20er Jahre verhältnismäßig rasch zu überwinden, brachte die Weltwirtschaftskrise und insbesondere die deutsche Bankenkrise einen schweren Rückschlag. Die steigende Arbeitslosigkeit bewirkte einen dramatischen Mitgliederschwund. Daneben waren erhebliche Verluste etwa durch Abschreibungen auf Hypotheken zu verdauen. Zwangsläufige Folge: Die Versicherungsleistungen mussten erstmals eingeschränkt werden.

Einen weiteren Rückschlag bescherte die im Jahre 1936 verfügte Auflösung der Ersatzkassen. Der Verein musste Vermögenswerte in Höhe von 92 Mio Reichsmark an die Reichsversicherungsanstalt abführen und konnte nur noch als Zusatzversicherungseinrichtung zur gesetzlichen Rentenversicherung fortgeführt werden. Den absoluten Tiefpunkt erreichte der BVV freilich nach dem Zweiten Weltkrieg. Bei Kriegsende waren die Werte weitgehend zerstört und die Mitarbeiter zerstreut. Die Annahme von Beiträgen und Auszahlungen von Renten mussten eingestellt werden. Durch die Währungsreform 1948 verlor der BVV schließlich sein gesamtes Vermögen.
Der stetige Aufstieg
Danach ging es dann stetig bergauf. Nach Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit wurde der Sitz vom Ostsektor nach Westberlin verlegt, und 1949 konnte die erste Mitgliederversammlung nach dem Krieg abgehalten werden. Naturgemäß galt es zunächst, die Folgen der Währungsreform zu bewältigen. Dies gelang dank der ungebrochenen Solidarität der Beteiligten. Die aktiven Versicherten verzichteten vorübergehend auf einen Teil ihrer Anwartschaftsrechte, damit die laufenden Renten wenigstens zu 50 % der bestehenden Ansprüche gezahlt werden konnten. Diese Regelung wurde bereits nach kurzer Zeit rückwirkend aufgehoben und die Rentenleistung wieder in voller Höhe gewährt.
Gemessen am verwalteten Vermögen von rund 20 Mrd € ist der BVV heute die größte Pensionskasse Deutschlands. Ihr gehören rund 330.000 Versicherte an, die in 677 Mitgliedsunternehmen beschäftigt sind. Inzwischen werden Leistungen an mehr als 91.000 Rentenempfänger gewährt.

Das Produkt- und Dienstleistungsangebot des BVV steht allen deutschen Banken und anderen Finanzdienstleistungsinstituten sowie ihnen verbundenen Dienstleistungsunternehmen zur Verfügung. Der BVV besteht inzwischen aus drei rechtlich selbstständigen Versorgungsträgern, die den Mitgliedsunternehmen folgende Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung eröffnen: Pensionskasse (BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a.G.), rückgedeckte Unterstützungskasse (BVV Versorgungskasse des Bankgewerbes e.V.) und  Pensionsfonds (BVV Pensionsfonds des Bankgewerbes AG).

 

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