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Im Kreuzfeuer der Kritik

„Pyromanen“, „Gangster“, „Zocker“, „Halbstarke“ - mit diesen wenig ehrenhaften Bezeichnungen wurden in den letzten Monaten öffentlich Vorstände deutscher Unternehmen, vornehmlich Banken, hier und da tituliert. Sicher haben Manager Fehler begangen, ja, auch unternehmerische Fehlentscheidungen getroffen; und ebenso unbestritten haben manche hohe Abfindungen beziehungsweise Bonuszahlungen erhalten, die auch unabhängig vom unternehmerischen Erfolg ausgezahlt wurden. | Inge Niebergall

Denn in diesen Fällen, so das persönliche Empfinden vieler, schien das richtige Verhältnis von Erfolg und Entlohnung nicht mehr gegeben zu sein.

Aber kann man angesichts des Fehlverhaltens bzw. der Maßlosigkeit Einzelner auf mangelndes Unrechtsbewusstsein einer ganzen Berufsgruppe schließen? Wohl kaum. Gleichwohl liegt auf der Hand, dass ein Teil des bisherigen angelsächsisch geprägten Vergütungssystems dem kurzfristigen Denken durchaus Vorschub geleistet hat. Darauf hat jüngst auch der Vorsitzende der Corporate-Governance-Kommission und Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank Klaus-Peter Müller verwiesen. Hinsichtlich der Auswirkungen dieses Gehaltssystems betonte er, dass er es „gelinde gesagt“ unangemessen fände, wenn im Investment Banking teilweise bis zu fünfzig Prozent der Erträge als Boni an die Banker ausgeschüttet wurden.

Umso wichtiger ist es - gerade auch mit Blick auf die gesellschaftliche Akzeptanz -, dass an dieser Stelle Konsequenzen aus der Finanzmarktkrise gezogen und in den Häusern nunmehr die Vergütungssysteme überarbeitet und, wo geboten, Modifizierungen vorgenommen werden. Einige Banken haben bereits so genannte Bonus-Malus-Systeme eingeführt. So sieht eine Regelung beispielsweise vor, dass künftig nur ein Drittel des Bonus noch im selben Jahr, in dem er verdient wurde, ausgezahlt wird. Der restliche Betrag wird zunächst einbehalten und kann im Zweifel mit eventuell künftigen Mali verrechnet werden. Andere Bonussysteme wiederum sind an die Zufriedenheit der Kunden mit ihrer Bank gekoppelt. Ein System für alle gibt es jedoch nicht. Denn dies würde den unterschiedlichen Geschäftsmodellen, den unterschiedlichen Unternehmenszielen der einzelnen Kreditinstitute entgegenstehen. Doch gleich welches Vergütungsmodell, sie alle verbindet die Überlegung, dass Vergütungen sich künftig stärker am nachhaltigen Unternehmenserfolg orientieren müssen.

Inge Niebergall ist Mitglied der Geschäftsführung des Bundesverbandes deutscher Banken