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Für eine höhere Transparenz

Ein jeder von uns kennt ihn, den Beipackzettel. Doch was wir mit Blick auf „Risiken und Nebenwirkungen“ eher mit Medikamenten verbanden, wird es künftig auch im Bankgeschäft, genauer beim Wertpapierkauf, geben. Ende Februar hat der Bankenverband in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedsinstituten ein Muster für ein Informationsblatt für Anlageprodukte vorgestellt, das es dem Kunden ermöglichen soll, auf einen Blick zu erkennen, wie das jeweilige Produkt funktioniert, aber auch welche Kosten und etwaigen Risiken mit ihm verbunden sind. | Inge Niebergall

Mit dieser Initiative ziehen die privaten Banken Konsequenzen aus der Finanzmarktkrise und greifen den Wunsch der Politik auf, den Verbrauchern künftig in einer übersichtlichen Form die wesentlichen Eigenschaften eines Finanzproduktes zu verdeutlichen. Grundlage des neuen Informationsblattes sind die Empfehlungen des Bundesverbraucherministeriums aus dem vergangenen Jahr. Darüber hinaus wurden im Muster des Bankenverbandes - ergänzend zu den Vorschlägen der Bundesregierung - zusätzliche Vorgaben der Europäischen Kommission an ein solches Merkblatt berücksichtigt.

Der von den privaten Banken vorgelegte „Beipackzettel“ kann sukzessive für alle Finanzprodukte eingesetzt werden, die Banken ihren Kunden aktiv zum Kauf anbieten. Dies gilt im Besonderen für Fondsanteile und Zertifikate. Ziel ist, eine bessere Vergleichbarkeit der Produkte zu erreichen. Natürlich wird es in der Breite noch etwas dauern, bis in den Häusern die technischen Voraussetzungen für das Produktinformationsblatt geschaffen sind. Inwieweit es sich künftig zum Standard entwickeln wird, haben die Banken selbst in der Hand. Doch mit einer zügigen Umsetzung des Beipackzettels können die Banken sicherlich bei ihren Kunden, aber auch bei den Verbrauchern insgesamt, Vertrauen - die Basis einer jeden Geschäftsbeziehung - zurückgewinnen.

Vor allem ist wünschenswert, um auf den Ausgang zurückzukommen, dass sich die Produktinformationsblätter der Banken in einem Punkt wesentlich von den herkömmlichen Beipackzetteln der Arzneimittel unterscheiden: nämlich durch eine klare und für den Laien verständliche Sprache. Denn auch das Vermeiden von Fachchinesisch trägt zu mehr Transparenz, einer besseren Vergleichbarkeit sowie zu einem größeren Verständnis von Finanzprodukten bei.

Inge Niebergall ist Mitglied der Geschäftsführung des Bundesverbandes deutscher Banken
Der Artikel ist erschienen in der Ausgabe 04/2010