Motivorientiertes Führen - Führen auf der Basis der 16 Lebensmotive nach Steven Reiss
Stark vereinfacht ausgedrückt werden Menschen von zwei Faktoren gesteuert: ihren impliziten, das heißt mehr oder weniger unbewußten Motiven und ihren expliziten Zielen, die oft von außen – etwa von Eltern, Freunden oder Vorgesetzten – an sie herangetragenen werden.
Stimmen die unbewussten Motive, also die für einen Menschen ganz wesentlichen Bedürfnisse, mit seinen expliziten Zielen überein, dann geht dieser Mensch mit einiger Wahrscheinlichkeit zufrieden und im Rahmen seiner Möglichkeiten erfolgreich durch sein Leben. Unangenehm wird es, wenn das nicht der Fall ist, wenn Bedürfnisse und von außen vorgegebene Ziele nicht zueinander passen. Dann hakt es in diesem Menschen mehr oder weniger stark. Wer das Bedürfnis nach Harmonie hat und in einer eiskalten Umgebung – gleich, ob Ehe oder Beruf – leben muss, verklammt und bleibt weit unter seinen Möglichkeiten. In aller Kürze ist das der Grundgedanke, der hinter diesem lesenswerten Buch steht.
Bezogen auf die Praxis bedeutet das: Vorgesetzte, denen es gelingt, sich in die Bedürfnislage ihrer Mitarbeiter einzufühlen, und dann entsprechend akzentuiert mit ihnen umgehen, schaffen ein ganz anderes Leistungsklima als Vorgesetzte, die ihre Leute, wie es die Psychologie so schön ausdrückt, nicht da abholen, wo sie nun einmal aufgrund ihrer Motive uns Bedürfnisse stehen.
Hartmut Volk
Frauke Ion, Markus Brand: Motivorientiertes Führen - Führen auf der Basis der 16 Lebensmotive nach Steven Reiss , Gabal Verlag, Offenbach 2009, 256 S., 29,90 €, ISBN 978-3-86936-005-8

