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Buchtipp

Max M. Warburg

Die Geschichte des Bankiers Max M. Warburg ist auch die Geschichte des Bankhauses Warburg und der Familie vor dem Hintergrund der jeweiligen politischen Verhältnisse. Gabriele Hoffmann fügt ihrer Biografie über Max Warburg diesen drei Ebenen eine vierte hinzu: den Antisemitismus.

max m. warburgMax M. Warburg hat die väterliche Privatbank durch die Pflege vielfältiger Beziehungen zur ersten Adresse Hamburgs entwickelt. Heute würde man ihn als „begnadeten Netzwerker“ bezeichnen, der im ausgehenden Kaiserreich und den frühen Jahren der Weimarer Republik als Berater – beispielsweise des Reichskanzlers Prinz Max von Baden oder des Außenministers Walter Rathenau - seine stärkste Wirkung entfaltete. Hoffmann zeigt in beklemmender Weise, wie mit dem Erstarken des Nationalsozialismus dieses Netzwerk zerreißt, bis es schließlich nur noch aus der Familie und einigen wenigen Freunden besteht. Obwohl die internationalen Judenvereinigungen Warburg drängen, Deutschland zu verlassen, bleibt er, um möglichst vielen Juden eine Auswanderungsmöglichkeit zu verschaffen. Erst als die Bank „arisiert“ wird, geht er schweren Herzens in die USA. Die Wiedererrichtung „seiner“ Bank hat er nicht mehr erlebt. Max M. Warburg stirbt im Dezember 1946 in New York.

Hoffmann verwebt die vier Ebenen zu einem beklemmend zutreffendenden Bild der nationalsozialistischen Diktatur und die begrenzten Handlungsmöglichkeiten Max Warburgs. Die sparsame Verwendung des Zitierapparates kommt der Lesbarkeit sehr zugute. So entstand eine flüssig geschriebene Biografie – spannend zu lesen.

Prof. Dr. Eckhardt Wanner

Hoffmann, Gabriele: Max M. Warburg, Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2010, 248 S., 19, 95 €, ISBN: 978-3-8319-0326-9