Führung und Scheitern
Ferdinand Rohrhirsch, Professor für Praktische Philosophie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, wendet sich mit seinem Buch nicht an jene, die auf der Suche nach Tools, Tricks und Tipps oder Erfolgsgeschichten zum Thema „Führung“ sind, sondern er möchte vielmehr diejenigen ansprechen, die der Frage „Wer bin ich?“ nachgehen wollen.
Der Autor begleitet den Leser dabei, sich einer Beantwortung dieser komplexen Fragestellung zu nähern, und zwar aus unterschiedlichen Perspektiven, die am Ende zusammengeführt werden. Es geht Rohrhirsch um eine Sichtverschiebung und Haltungsänderung – einen anderen Blick. Er propagiert ein Führungsbild, das die Sache in den Mittelpunkt stellt und nicht den Führenden. Seine Auffassung: „Wer sich für unersetzlich hält und sein Unternehmen bzw. seine Abteilung entsprechend führt, der führt sie schlecht.“ Im Kern geht es Rohrhirsch darum, dass der Leser anfängt, Gewohntes auf seine Gründe zu hinterfragen. Dementsprechend soll das Buch Führungskräfte in die Lage versetzen, dass „viele und zahllose Richtige“ vom „Wesentlichen“ zu unterscheiden. Es handelt sich dabei um Orientierungswissen, das weniger mit Faktenwissen als mit durch Erfahrung erworbener Haltung zu tun hat. Dabei gilt: Scheitern ist lehrreich und kann, wenn die richtigen Konsequenzen gezogen werden, den Weg zum Erfolg weisen. Die Stärke von „Führung und Scheitern“ liegt alles in allem in der Aufforderung zum Nachdenken über das Gelesene und die eigene Person.
Marco Nink
Rohrhirsch, Ferdinand: Führung und Scheitern, Gabler Verlag, Wiesbaden 2009, 199 S., 39,90 €, ISBN 978-3-8349-1554-2

