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Buchtipp

Anlegerpsychologie

Handeln Anleger rational oder werden sie von ihren Gefühlen gesteuert? Wie beeinflussen die Medien das Verhalten der Investoren? Welche Empfehlungen der überall präsentierten „Ratgeber“ sind aus psychologischer Sicht sinnvoll?

anlegerpsychologieDiese und andere Fragen sind Gegenstand der Anlegerpsychologie. Wie man seit langer Zeit weiß, spielen psychologische Faktoren bei der Geldanlage eine mindestens ebenso wichtige Rolle wie wirtschaftliche. Da immer mehr Menschen aufgefordert sind, eigenverantwortlich Kapital für ihre Existenz- und Alterssicherung anzulegen, zu verwalten und gegen Risiken abzusichern, gewinnt auch die Anlegerpsychologie zunehmend an Bedeutung.

Der Autor beschreibt alle Facetten dieser Disziplin und berücksichtigt dabei nicht nur Erkenntnisse aus der Psychologie, sondern auch aus Wirtschaftswissenschaften, Soziologie und Hirnforschung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der verhaltensorientierten Finanzierungslehre (Behavioral Finance), die sich mit irrationalem Verhalten auf Finanz- und Kapitalmärkten beschäftigt. Das Buch widmet sich darüber hinaus neurophysiologischen und neuroökonomischen Ansätzen und untersucht den Einfluss von Gefühlen, Stimmungen und Emotionen auf die Kapitalanlageentscheidung. Lesenswert sind auch die Ausführungen zu Risikowahrnehmung und Risikobereitschaft von Investoren.

Der Band richtet sich in erster Linie an Führungskräfte und Berater in der Finanzbranche, aber auch private Anleger und Wirtschaftspsychologen.

Dr. Stefan Hirschmann

Wahren, Heinz-Kurt: Anlegerpsychologie, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, 295 S., 34,90 €, ISBN 978-3-531-16130-3

Der Artikel ist erschienen in der Ausgabe 11/2010