Neue Denk- und Arbeitsweisen erhofft
Zusammenarbeit mit Start-ups ist weit verbreitet
 

Etablierte Kooperationen sind en vogue: Mehr als die Hälfte der Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern arbeitet bereits mit einem Start-up zusammen.

Speziell mit Blick auf die digitale Transformation erhoffen sich die Unternehmen durch Partnerschaften, Beteiligungen oder gemeinsame Veranstaltungen neue Denk- und Arbeitsweisen und das frühzeitige Erkennen wichtiger Trends. Denn zwei Drittel der Unternehmen gehen beim Thema Digitalisierung selbst nur schrittweise und langsam vor und scheuen disruptive Veränderungen. Die Startup-Kooperationen liefern daher wichtige Impulse für Innovation, schnelleres Wachstum und eine insgesamt höhere Umsetzungsgeschwindigkeit in den Unternehmen. Dies zeigt eine im Auftrag der HypoVereinsbank durchgeführte Studie der Technischen Universität München zur digitalen Transformation von Unternehmen. 
„Um die Mammutaufgabe Digitalisierung zu bewältigen, brauchen Unternehmen in Deutschland nicht nur Finanzierer, sondern Partner. Es hat sich gezeigt, dass unser Ansatz, Start-ups und Etablierte zusammenzuführen, genau den Bedarf trifft“, kommentierte HVB-Firmenkundenvorstand Robert Schindler die Studie. 

Herausforderung: unausgereifte Geschäftskonzepte und zu geringe Budgets 

Bei der Zusammenarbeit von Etablierten und jungen Herausforderern gibt es aber auch noch einige Hürden zu überwinden. So sind für rund ein Drittel der Befragten aus Unternehmen, die bereits mit Start-ups zusammengearbeitet haben, unausgereifte Geschäftskonzepte das größte Problem bei Kooperationen. Von jeweils rund einem Fünftel werden auch die zu geringen Budgets zur Finanzierung der Partnerschaften sowie die Unerfahrenheit und schlechte Qualifizierung der jungen Teams bemängelt. 16,6 Prozent der Befragten geben zudem an, dass ihr Unternehmen schlechte Erfahrungen mit den kulturellen Unterschieden zwischen etabliertem Unternehmen und Start-up gemacht habe. 

Der kulturelle Unterschiede sei nicht die größte Hürde, vergrößere aber die Kluft in der Zusammenarbeit, konstatierte Isabell Welpe, Inhaberin des Lehrstuhls für Strategie und Organisation an der TU München und wissenschaftliche Leiterin der Studie. Sie hält deshalb den direkten Austausch zwischen etablierten und jungen Unternehmen für wichtig: „Er schafft gegenseitiges Vertrauen und bildet die Grundlage für langfristig erfolgreiche Kooperationen. Denn strategische Partnerschaften mit Start-ups oder gezielte Investitionen sind zweifellos für viele Unternehmen wichtige Impulsgeber bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle.“

Direkte Partnerschaften statt Acceleratoren und Inkubatoren 

Mit Blick auf die Form der Zusammenarbeit zeigt sich, dass direkte Partnerschaften am häufigsten vorkommen. Jedes vierte Unternehmen arbeitet so mit einem Start-up zusammen. Danach folgen die individuelle Zusammenarbeit in unterschiedlichen Bereichen sowie die Zusammenarbeit über die Bereitstellung von Ressourcen wie Räumen, Personal oder Produktions-Know-how durch das etablierte Unternehmen. Seltener, aber in Summe immer noch relativ weit verbreitet, sind Kooperationen, bei denen die rechtliche Bindung zwischen Start-up und etabliertem Unternehmen ausgeprägt ist – etwa durch getätigte Investitionen, Akquisitionen oder Joint-Ventures. Interessant ist, dass Einrichtungen wie Acceleratoren und Inkubatoren für die Zusammenarbeit eine untergeordnete Rolle spielen (je 4 Prozent). 

Die Zusammenarbeit mit Start-ups ermöglicht etablierten Unternehmen auch den Zugang zu Talenten – insbesondere im IT-Bereich. Das ist besonders wichtig, da die Unternehmen IT-Fachkräfte für das Gelingen der Digitalisierung erwartungsgemäß als besonders wichtig erachten. Über 70 Prozent der befragten Unternehmen sagen, dass unter anderem Informatiker, Programmierer und Wirtschaftsingenieure für den Erfolg der digitalen Transformation ihres Unternehmens ausschlaggebend sein werden. Mehr als ein Drittel der Befragten gibt an, dass ihr Unternehmen sich auf das Anwerben von IT-Personal fokussiert. Die Herausforderung, IT-Kräfte zu rekrutieren, wird also voraussichtlich noch größer werden. 

 

Quelle: HypoVereinsbank

Die Studie „Unternehmen in Deutschland zwischen digitalem Aufbruch, Kulturwandel und neuen Herausforderungen“ wurde von der Technischen Universität München im Auftrag der HypoVereinsbank durchgeführt. Befragt wurden dabei vor allem Geschäftsleitungen sowie Führungskräfte in mittleren Management-Positionen und auf Projekt- und Teamleiter-Ebene. Die Befragten arbeiten in etablierten Unternehmen, die zum größten Teil älter als 15 Jahre sind, über ein Drittel wurde sogar vor 1950 gegründet. Überwiegend sind es mittelgroße bis große Unternehmen aus den verschiedensten Branchen – knapp die Hälfte haben 100 bis 1.000 Mitarbeiter, die andere Hälfte über 1.000 Mitarbeiter. Fast jedes fünfte Unternehmen beschäftigt sogar über 10.000 Mitarbeiter. 

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Artikel veröffentlicht am:
03.07.2018
Quelle(n):

Bildquelle: ©patpitchaya | istockphoto.com

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Redaktion die bank
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