Deutsche Bank Research
Zinsen bleiben noch lange auf niedrigem Niveau

Die Zinsen werden nach Auffassung von Deutsche Bank Research noch längere Zeit auf niedrigem Niveau verharren. Es bleibe abzuwarten, inwieweit die Tragfähigkeit des Bankensystems durch die lockere Geldpolitik bedroht sei, hierbei gebe es durchaus Anlass zur Sorge, teilte die volkswirtschaftliche Abteilung der Deutschen Bank mit. Die Forscher verwiesen darauf, dass die finanzmarkt- und bankbasierten Finanzierungsbedingungen seit einiger Zeit auseinanderliefen. Über die Ankurbelung der Kreditvergabe durch die Banken habe die lockere Geldpolitik inzwischen auch in der Gesamtwirtschaft ihre Wirkung entfaltet.

Auch ein Ende der Anleihekäufe sei nicht in Sicht, hieß es weiter. Im Gegensatz zu anderen EZB-Vertretern sehe der frühere EZB-Chef Mario Draghi noch „eine lange Zeit“ Spielraum für Nettoankäufe im monatlichen Volumen von 20 Mrd. Euro, ohne dass die derzeit geltenden Obergrenzen pro Emission/Emittent verletzt würden. Diese Einschätzung teilten auch die Fixed Income-Strategen von DB Research. Im Übrigen habe Draghi erneut darauf verwiesen, dass diese Grenzen selbst gesteckt und zudem lageabhängig seien. Sollte es erforderlich sein, könne die EZB die Obergrenzen jederzeit anheben. Wann diese erreicht seien, so Draghi weiter, hänge letztlich auch von der Emissionstätigkeit ab.

Ob es unter der neuen EZB-Chef Christine Lagarde tatsächlich ein „Weiter so“ gebe, bleibe abzuwarten, so die Autoren. Sie könnte demnach manches anders machen als ihr Vorgänger. Die Forscher erwarten, dass Lagarde unter anderem in der Kommunikation neue Akzente setzen werde, was – zumindest zu Beginn – für volatile Signale sorgen dürfte. Kritisch hinterfragen könnte sie auch die geldpolitische Strategie. Es sei jedoch offen, wie weit sie dabei geht. Hinzu komme die Fiskalpolitik. Hier müsse Lagarde vor allem eine engere Koordination zwischen Geld- und Fiskalpolitik erreichen. Zudem gelte es zu klären, wo die Grenzen zwischen fiskal- und geldpolitischem Stimulus verliefen. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
05.11.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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