Whitepaper mit Treibern für den Umbruch
Zahlungsverkehrslandschaft erfindet sich neu

Die europäische Zahlungsverkehrslandschaft befindet sich um Umbruch, getrieben u.a. von der Zweiten Zahlungsverkehrsrichtlinie (PSD2). Das Eurosystem hat einen klaren Weg für die Erneuerung der Finanzmarktinfrastruktur eingeschlagen und damit geht eine radikale Transformation des Zahlungsverkehrs in Europa einher. Eine neue Studie von SWIFT analysiert nun die Treiber für den Wandel im Zahlungsverkehr und beschreibt die Herausforderungen und Chancen für etablierte Unternehmen. 

Drei Punkte stechen dabei hervor: Erstens die Digitalisierung, die die Erwartungen an schnelle, reibungslose Zahlungen über alle Grenzen hinweg steigert. Zweitens die Entwicklung neuer Technologien mit großen Innovations- und Effizienzpotenziale, die es neuen Wettbewerbern ermöglicht, etablierte Anbieter und bestehende Geschäftsmodelle herauszufordern. Und drittens der Eingriff der Regulierungsbehörden in den Wettbewerb mit dem Ziel, Wettbewerb zu fördern, Verbraucherrechte zu schützen und die Innovation im Zahlungsverkehr voranzubringen, indem sie beispielsweise die Banken verpflichten, Kundendaten über Kontoinformationen und Zahlungsdienste an Drittanbieter weiterzugeben.

Ein aktuelles Whitepaper von SWIFT  („The transformation of the European payments landscape“, Download über die Webseite) beschreibt einige der Entscheidungen, vor denen Finanzinstitute jetzt stehen, und enthält Beiträge von fünf großen Banken, die ihre Perspektive auf die Zukunft schildern. In einem Begleitdokument stellt SWIFT dar, wie es sein Produkt- und Dienstleistungsportfolio weiterentwickelt, um Kunden bei den Veränderungen in der Zahlungslandschaft zu unterstützen.

Open Banking

Mit dem Inkrafttreten der zweiten Zahlungsverkehrsrichtlinie wird die Öffnung des Bankwesens für den Wettbewerb, das sogenannte „Open Banking“, in Europa ein Ziel der Regulierungsagenda. Damit es es FinTechs und anderen Innovatoren möglich, neue Produkte und Dienstleistungen in einem breiten Markt anzubieten. Echtzeitzahlungen werden immer mehr zur Norm, da viele nationale Initiativen entweder live oder im Umsetzungsprozess sind: der paneuropäische RT1-Dienst von EBA Clearing bereits aktiv, während das paneuropäische TARGET Instant Payment Settlement (TIPS) des Eurosystems im November 2018 in Betrieb gehen soll.

Die Infrastrukturen des Zahlungsverkehrsmarktes werden weiterentwickelt und grundsätzlich neugestaltet, um eine höhere Effizienz beim Betrieb sowie bei Sicherheiten/Liquidität zu erreichen und Innovationen zu unterstützen. Die weltweite Einführung der Norm ISO 20022 schreitet zügig voran. TARGET2 soll 2021 auf den Standard migrieren sowie im gleichen Zeitraum auch EURO1 von EBA CLEARING und der gesamte grenzüberschreitende Zahlungsverkehr über SWIFT.

Neue Wettbewerbsbedingungen, bedeutende technologische Innovationen und eine beispiellose Neugestaltung lang akzeptierter Zahlungsprodukte – all diese Veränderungen üben einen großen Druck auf die Banken aus. Die etablierten Finanzinstitute müssen sich neu erfinden und neue Geschäftsmodelle entwickeln, um das Beste aus ihren beträchtlichen Wettbewerbsvorteilen zu machen: große Kundenstämme und ergiebige Daten, Risikomanagementfähigkeiten, Bilanzstärke, Branchenwissen und Vertrauen.

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Artikel veröffentlicht am:
18.10.2018
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