Nullzinspolitik
Wie die EZB dem Sparer Vermögen und Wohlstand raubt
 

Seit dem 16. März 2016 liegt der Leitzins in der Eurozone bei 0 Prozent. Nach der letzten EZB-Notenbankkonferenz im portugiesischen Sintra ist zudem klar, dass es vorerst keine Zinswende geben wird. Für deutsche Sparer ist das besonders schmerzhaft, da ihre Ersparnisse weiter an Wert verlieren. Aber auch die marktwirtschaftliche Ordnung droht nun gänzlich aus den Fugen zu geraten.

Seit nunmehr zehn Jahren überschwemmt die Europäische Zentralbank die Märkte mit billigem Geld. Damals war der Druck auf die EZB groß, mit einer ultraexpansiven Geldpolitik gegen die Deflationssorgen vorzugehen und ihr Mandat der Preisniveaustabilität zu erfüllen. Im letzten Jahr haben die Maßnahmen dann auch erste Wirkungen gezeigt: Die Inflationsrate in der Eurozone lag von Mai bis November 2018 nahe oder über der von der EZB angestrebten Zielmarke von 2 Prozent.

Viele Volkswirte gingen deshalb davon aus, dass die EZB die Zinswende spätestens Ende 2019 einläuten werde. Die letzte Notenbankkonferenz hat sie jedoch eines Besseren belehrt. Angesichts der unsicheren konjunkturellen Lage und der nun wieder wenig zufriedenstellenden Inflationsraten in der Eurozone hat die Zentralbank die Zinswende abermals nach hinten verschoben. Bis mindestens Mitte 2020 wollen die Währungshüter die Leitzinsen unangetastet lassen. Falls die Wirtschaft schwächelt und in eine Rezession abzurutschen droht, hat EZB-Präsident Mario Draghi zudem eine weitere Lockerung der Geldpolitik mit zusätzlichen Zinssenkungen und weiteren Anleihekäufen in Aussicht gestellt.  

Die Währungshüter begründen ihre jüngste Entscheidung mit aufflammenden und nicht beizulegenden Risiken für das weltweite und somit auch das europäische Wirtschaftswachstum. Der Handelsstreit zwischen den USA und China, die angespannte Situation zwischen Washington und Teheran sowie die Gefahr eines ungeordneten Brexits werden dabei als die größten Risiken angesehen.

Daneben hat sich die Inflation wieder von dem Wert von 2 Prozent entfernt, den die EZB auf mittlere Sicht im Euro-Raum erreichen will. Ersten Schätzungen zufolge ist die Teuerungsrate im Juli 2019 mit 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Im Juni 2019 lag die Inflationsrate noch bei 1,3 Prozent. Die Kerninflationsrate, aus der besonders schwankungsanfällige Güter herausgerechnet werden, stieg im Juli auf 0,9 Prozent, nach 1,1 Prozent im Juni.

Entwertung von Sparvermögen geht weiter

Für den deutschen Sparer ist die Ankündigung der EZB, im Notfall eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik vorzunehmen, alles andere als erfreulich. Denn insbesondere Haushalte mit mittlerem Einkommen legen ihr Vermögen trotz Niedrigzinsphase in sichere und damit in niedrig verzinste Anlageformen an.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
17.09.2019
Erschienen in Ausgabe:
07/2019
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Quelle(n):

Bildquelle: iStock.com/borchee

Autor/in 
Carmen Mausbach
Die Diplom-Kauffrau ist seit 2002 als freie Wirtschafts-
journalistin tätig. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist die redaktionelle Mitarbeit im Bus-Netzwerk für betriebswirtschaftliche und steuerliche Fachinformationen.
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