Zweiter „Tag der Aktie“
Werbung um den privaten Sparer
 

Deutsche haben Angst vor Risiko, Deutsche lieben ihr sicheres Sparbuch selbst in der Nullzinsphase und sie haben den Schock über den Absturz der Telekom-Aktie für immer kollektiv ins Gedächtnis gebrannt. So lauten einige der gängigen Vorurteile über den deutschen Sparer. Der „Tag der Aktie“, der am 16. März zum zweiten Mal auf dem Kalender steht, soll die Aktie als Finanzierungsinstrument bekannter machen und die Sparer hierzulande von den Vorteilen der wohl rentabelsten langfristigen Anlageform überzeugen.

Wenn der Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse am 16. März mit der traditionellen Handelsglocke eröffnet wird, verzichtet die Deutsche Börse für diesen Tag bei Privatanlegern, die DAX-Aktien oder ausgewählte DAX-ETFs kaufen, auf die Handelskosten. Das gilt ab einem Ordervolumen von 1.000 €. Auch die beteiligten Banken – laut einer Mitteilung der Börse sind das Commerzbank, comdirect bank, Consorsbank, DAB Bank, ING-DiBa, 1822direkt, Augsburger Aktienbank und maxblue – berechnen keine Transaktionskosten. Im letzten Jahr hatten die Deutsche Börse und die beteiligten Direktbanken zum ersten Mal den „Tag der Aktie“ ausgerufen und damit viele Privatanleger für den kostenfreien Handel gewonnen. Am Handelsplatz Börse Frankfurt erreichten die Umsätze in DAX-Aktien dabei das 6,5-Fache des üblichen Tagesschnitts.

Auch der Bankenverband wirbt, sparen lohne sich durchaus noch, wenn man den Mut habe, in Aktien zu investieren oder, wie dort formuliert, „sich an Unternehmen zu beteiligen, die langfristig für den Wohlstand von Wirtschaft und Gesellschaft sorgen“. Aktiensparen sei für jeden geeignet, der Geld langfristig investieren und Wertschwankungen ertragen könne. Der Verband gibt auf seiner Webseite zehn Tipps, wie der Einstieg ins Aktionärsleben gelingt. Die Erfahrung zeige, dass bei Aktieninvestments durchschnittliche jährliche Renditen von etwa fünf bis zehn Prozent möglich seien. Ins gleiche Horn stößt – erwartungsgemäß – das Deutsche Aktieninstitut (DAI), das die Interessen von kapital-marktorientierten Unternehmen, Banken, Börsen und Investoren vertritt und die Aktie als Finanzierungs- und Anlageinstrument fördern will. 

Wer breit gestreut in Aktien investiert, könne beachtliche Sparerfolge erzielen. Nicht der „ideale Einstiegszeitpunkt“ sei entscheidend, sondern langer Atem. „Wichtiger ist vielmehr ein langfristiges Aktieninvestment mit kontinuierlichen monatlichen Sparraten. Dies ist zum Beispiel mit Aktien- oder Aktienfondssparplänen einfach und auch mit kleinen Beträgen zu realisieren, ohne dass die Anleger übermäßige Risiken eingehen müssen“, sagt Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des DAI. Mit einem abwechslungsreichen Aktienportfolio aus deutschen Standardwerten konnten laut Aktieninstitut in der Vergangenheit langfristig regelmäßig sechs bis neun Prozent Rendite pro Jahr erwirtschaftet werden. Wer insgesamt 18.000 € in monatlichen Sparraten von 50 € in den DAX investiere, habe nach 30 Jahren mit bis zu 86.000 € ein Vielfaches aus seinem Geld gemacht, rechnet Bortenlänger vor. Im direkten Vergleich, eine jährliche Verzinsung von drei Prozent unterstellt, seien mit festverzinslichen Papieren nur 29.000 € zu erzielen. Da Aktienanlagen sich hauptsächlich langfristig rentieren, wirbt Bortenlänger vor allem um junge Sparer. Sie könnten bei kurz- und mittelfristigen Kursschwankungen entspannt bleiben und ein attraktives Endvermögen aus der Aktienanlage im Alter flexibel nutzen. „Was zählt ist, was am Ende rauskommt.“ 

Immerhin kann das DAI nach Auswertung seiner Studie zu den Aktionärszahlen 2017 kleine Erfolge vermelden. Die Zahl der Aktien- und Aktienfondsbesitzer in der Altersklasse bis 40 Jahre ist in den letzten drei Jahren um über 300.000 auf rund 2,1 Millionen gestiegen, das entspricht 10,5 Prozent dieser Altersgruppe.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
15.03.2018
Quelle(n):
Bildquelle: ©gopixa / iStockphoto.com
Autor/in 
Anja U. Kraus
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