Stabilisierung der Eurozone
Weidmann warnt vor Überforderung der EZB

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat davor gewarnt, die Geldpolitik in Europa mit der Aufgabe als Krisenfeuerwehr zu überfrachten. „Am Ende des Tages könnte es für die Europäische Zentralbank immer schwieriger werden, sich auf ihr Versprechen einer stabilen Währung zu fokussieren”, erklärte Weidmann am Dienstag laut Redetext im südafrikanischen Pretoria. Weidmann betonte in diesem Zusammenhang, dass das Vertrauen der Bevölkerung in die Arbeit der Notenbanken von zentraler Bedeutung sei – letztendlich sei es ihr wertvollstes Kapital.

In diesem Jahr vollzieht sich an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) ein Wechsel. Ende Oktober scheidet Notenbank-Chef Mario Draghi nach acht Jahren aus dem Amt. Die Suche nach einem Nachfolger Draghis dürfte spätestens nach der Europawahl im Mai beginnen. Sicher ist bereits, dass der irische Notenbank-Chef Philip Lane neuer EZB-Chefvolkswirt werden soll. Die Finanzminister der Eurozone stellten sich Medienberichten zufolge Anfang der Woche hinter die Kandidatur des 49-Jährigen. Die endgültige Entscheidung treffen die Staats- und Regierungschefs.

Weidmann forderte mit Blick auf die Finanz- und Staatsschuldenkrise weitere Reformen zur Stabilisierung der Eurozone. „Der Euro hatte eine unbeschwerte Kindheit, aber eine schwierige Jugend“, sagte der Bundesbankpräsident mit Verweis auf nunmehr 20 Jahre Gemeinschaftswährung. Zwar habe es wichtige Verbesserungen gegeben wie etwa die Einführung eines permanenten Euro-Rettungsschirms sowie die Gründung der gemeinsamen europäischen Bankenaufsicht. „Aber wir haben noch nicht genug getan, um den Euroraum ein für alle Mal krisensicher zu machen“, unterstrich Weidmann. (ud) 

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Artikel veröffentlicht am:
13.02.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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