BaFin-Präsident will kleine Häuser entlasten
Weg vom Schubladendenken

BaFin-Präsident Felix Hufeld spricht sich für eine regulatorische Entlastung kleiner Finanzinstitute aus. „Wir haben ein Maß an Regulierung erreicht, das kleinere Banken über Gebühr und – mit Blick auf ihr Risikoprofil – unnötig belastet. Das sollten wir ändern“, sagte er im Rahmen der Jahrespressekonferenz der Finanzdienstleistungsaufsicht. Allerdings müsse natürlich auch bei kleinen Häusern die Stabilität gewahrt bleiben und ausreichend Eigenkapital und Liquidität vorhanden sein. Die Brüsseler Pläne, wonach kleine Institute bei der geplanten Novelle von Eigenmittelrichtlinie und Eigenmittelverordnung entlastet werden sollen, gehen Hufeld nicht weit genug. Er fordert stattdessen einen differenzierten Ansatz. Zusätzliche Schwellen sollten nicht eingeführt werden, denn dabei entstehe nur ein Klippeneffekt, also ein Anreiz, knapp unter oder über dieser Schwelle zu liegen. Hufeld setzt auf vorhandene Kriterien wie die Systemrelevanz, lehnt aber starres Schubladendenken ab. Wenn es aus Risikogründen erforderlich sei, müsse man eine Bank auch in ein anderes Segment schieben können.
Hufeld sieht diesbezüglich aber noch viel Überzeugungsarbeit vor sich. In der Europäischen Union gelten gemeinhein nun einmal gleiche Regeln für alle, wohingegen es nirgends so viele der weniger bedeutenden Institute gebe wie in Deutschland. Deshalb liege den deutschen Aufsehern das Prinzip der Proportionalität am Herzen. Gleiche Regeln sollten für die gelten, die gleich sind; für den BaFin-Präsidenten bedeutet dies, die Regeln sollten auch das Risikoprofil einer Bank berücksichtigen.
In einem weiteren Feld widmete sich Hufeld dem Thema Cyberkriminalität und wiederholte seine jüngst gemachte Aussage, dass die Banken in puncto IT-Sicherheit noch vor großem Verbesserungsbedarf stehen. Wer meine, er sei auf der sicheren Seite, wenn er „nur hier und da ein wenig an seinem IT-System herumbastelt“, der irre. Im Fokus stehen aber nicht nur Finanzdienstleister, „denen Menschen ihr Geld und ihre intimsten materiellen Daten anvertrauen.“ Auch Versicherer und andere Finanzmarkt-Akteure verfügten über viele Daten und „viel alte IT“.

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
09.05.2017
Autor/in 
Redaktion die bank
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