BaFin nimmt „virtuelle Börsengänge“ ins Visier
Warnung vor ICOs

ICOs sind höchst spekulative Investments und Anleger müssen sich darauf einstellen, dass ein Totalverlust ihrer Investition möglich ist, warnt die BaFin. Unter Initial Coin Offerings versteht man virtuelle Börsengänge, die sprachliche Nähe zum Initial Public Offering (IPO) ist bewusst gewählt. Allerdings erwirbt ein Investor bei der neuen Variante keine Aktien. Bei dieser speziellen Variante des Crowdfundings werden vielmehr sog. Tokens „verkauft“, Varianten digitaler Gutscheine auf einen Anteil am Geschäft, das auf Kryptowährungen wie Bitcoin & Co. basiert.
Wie jeder Trend, so die BaFin, zögen aber auch ICOs Betrüger an. Kriminelle haben offenbar schnell herausgefunden, wo sich Lücken bei der Ausgabe oder Registrierung der virtuellen Gutscheine ergeben. Laut BaFin unterliegen die Tokens großen Preisschwankungen, darüber hinaus sieht die Finanzaufsicht das Risiko eines nicht liquiden oder komplett fehlenden Zweitmarkts, sodass Anleger kaum gewinnbringend aus ihren Investitionen wieder aussteigen könnten. Typischerweise befänden sich Vorhaben, die über ICOs finanziert werden, noch im experimentellen Stadium. Die in den Vertragsbedingungen behaupteten Funktionsweisen der Tokens seien anhand der Programmiercodes nur schwer zu überprüfen, Codes seien oft manipulierbar. Außerdem weist die BaFin auf fehlende gesetzliche Vorgaben und Transparenzvorschriften im Vergleich zu regulierten Verkaufsprospekten hin. Als sei das alles noch nicht Warnung genug, kommen noch Hinweise auf mangelhaften Datenschutz und die „systembedingte Anfälligkeit“ von ICOs für Betrug, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung hinzu. Wer sich für ein ICO entscheide, sollte sich deshalb unbedingt vergewissern, dass er die Vorteile und Risiken des Investments vollständig verstanden habe, heißt es in der BaFin-Warnmeldung.

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Artikel veröffentlicht am:
09.11.2017
Autor/in 
Redaktion die bank
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