Robo Advisor strukturiert Datenflut
Täglich 400.000 Bibeln an Info

Wer sein Geld sicher und gewinnbringend anlegen will, muss gut informiert sein. Bei der heutigen Informationsflut aus vielerlei Kanälen ist es aber kaum noch möglich, jederzeit den Überblick zu behalten. Jeden Tag erscheinen bis zu 90.000 neue Finanzartikel, alle sechs Minuten ein neues wissenschaftliches Paper, heißt es auf der Webseite des Münchener FinTechs Minveo. „Diese Informationsmenge kann kein Mensch mehr verarbeiten.“ Maschinen sind dazu allerdings in der Lage. Das selbstlernende System des digitalen Vermögensverwalters verarbeitet täglich bis zu zwei Terabyte an Daten. Verglichen mit bedrucktem Papier entspricht das dem Umfang von etwa 400.000 Bibeln. Mittels Machine Learning und Big-Data-Ansätzen wird diese Informationsmenge erfasst, strukturiert und ausgewertet. Der Robo Advisor liefert auf dieser Basis Anlageempfehlungen und unterstützt damit das menschliche Wealth Management Team. Jeder Anleger erhält so sein individuelles Portfolio, das „von Hand“ zusammengestellt wurde und zur jeweiligen Risikoneigung und Anlagestrategie passt.

Als einer von wenigen Anbietern haben die Münchener eine Banklizenz und somit die Erlaubnis zum aktiven Management einer Anlage. Minveo hat bislang vor allem B2B-Kunden bedient und bereits rund 70 Mio. € an Vermögen erfolgreich verwaltet. Nun steht der B2C-Launch bevor, denn die Software erlaubt es den aktuell 15 Mitarbeitern auch, kleinere Vermögen sinnvoll zu managen, etwa für die Kinder eines wichtigen Kunden. Gegründet wurde das Start-up von Technologie-Experten und einem erfahrenen Vermögensverwalter. Mathias Gehrke, zuvor Wealth Manager bei der UBS, ist CEO. Der Bankkaufmann, Betriebswirt und Certified Financial Planner kennt die Informationsflut und den Bedarf an datenbasierten, präzisen Anlageempfehlungen aus seiner täglichen Praxis. Komplettiert wird das Gründer-Team von Vasko Hristov, CTO und zuständig für alle Themen rund um IT, Luan Haxha, CMO und für Branding, Customer Experience und Servicestrategie zuständig, sowie Johannes Schubert, COO, Experte für Anlagestrategien und Wealth Management.

Für Monitoring und Analyse greift das neuartige System von Minveo nicht nur auf einen einzelnen Faktor, wie z. B. Value at Risk (VaR) zurück, sondern auf einen Korpus von insgesamt 23 Variablen und Indikatoren. Der Fokus der Plattform liegt auf dem aktiven Management von Risiken: Die quantitativen Modelle erkennen auf Basis eines kontinuierlichen Überwachungsprozesses erhöhte Marktrisiken und unterstützten so Vermögensverwalter bei der Marktbewertung. Im Bedarfsfall werden Anlagen ausgesetzt, um Risiken zu vermeiden. Das ergebe ein Sicherheitsnetz – und gemessen am Risiko – eine nach eigenen Aussagen deutlich bessere Rendite als bei vergleichbaren Benchmark-Indizes.

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
02.08.2017
Autor/in 
Redaktion die bank
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