Innovationsindex
Stadt schlägt Land

Auch im zweiten Jahr des Innovationsindexes der ING-DiBa kann Berlin seinen Spitzenplatz verteidigen. Eine starke Gründerszene, viele junge Leute und ein hohes Ausbildungsniveau sichern dem Stadtstaat den ersten Platz. Doch die anderen Bundesländer schlafen nicht. Um je einen Platz nach vorne gerückt sind Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen, die sich in manchen Bereichen stark verbessert haben. So hat etwa Sachsen einen großen Sprung bei der Anzahl der Haushalte mit Internetanschuss gemacht hat. Abwärts ging es dagegen für Schleswig-Holstein und das Saarland: Hier konnte die Bank nur einen geringen bzw. keinen Fortschritt ausmachen.

Der jährliche Innovationsindex vergleicht anhand von acht Kriterien die Innovationskraft der Bundesländer miteinander. Weiterhin klaffen zwischen den Bundesländern und Stadtstaaten teils große Lücken auf. Ein Grund mehr, um eine flächendeckende Digitalisierung in der kommenden Legislaturperiode voranzutreiben. Denn es sind immer noch die Flächenstaaten, die die Wachstumsmotoren der deutschen Wirtschaft sind. Nach wie vor schneidet der Osten Deutschlands vergleichsweise schlechter ab. Andere demografische Strukturen sowie eine schlechtere Ausbildung sorgen für hintere Positionen im Ranking. So verharrt Sachsen-Anhalt auf dem letzten Platz und das mit einer schlechteren Punktzahl als noch vor einem Jahr. Wenig, bzw. teilweise sogar eine rückläufige Bewegung in den acht Bereichen lässt das Bundesland im Vergleich zu seinen Mitstreitern zurückfallen. Dass sich Investitionen in Innovationen jedoch schon heute lohnen, zeigt Sachsen: 2015 und 2016 konnte das Bundesland neben Berlin und Baden- Württemberg durchschnittlich das höchste Wirtschaftswachstum aufweisen.

Innovationskraft ist ein wichtiger Faktor für langfristiges Wachstum, aber nicht unbedingt notwendig für kurzfristigen Erfolg. Ein Blick auf die Wachstumszahlen der deutschen Bundesländer in den letzten zwei Jahren zeigt jedoch, dass gerade Bundesländer aus dem Mittelfeld des Innovationsrankings beim Wirtschaftswachstum punkten konnten. Ein positives Zeichen für den zukünftigen Erfolg oder vielleicht eine sogenannte „win-win-Situation“? Nämlich dann, wenn Investitionen in Innovation und Digitalisierung erhöht werden. Sachsen und Thüringen sind hier aktuell positive Beispiele, mit starkem Wirtschaftswachstum und besseren Platzierungen im Ranking.

Bei einer Übertragung des Innovationsindex auf das europäische Niveau überrascht das schlechte Abschneiden Deutschlands ebenso wie im letzten Jahr. Deutschland rangiert als einer der konstanten Wachstumsmotoren in der Eurozone nur auf einem der hinteren Plätze, während das Innovationsranking von Irland angeführt wird.

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
06.11.2017
Autor/in 
Redaktion die bank
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