HVB ermittelt wieder den Wiesn-Preisindex
Schmankerln aus München

Nach zehn Wochen Aufbauzeit stehen die Bier-„Zelte“ auf der Münchener Theresienwiese und am kommenden Samstag startet die 185. Wiesn. Und ebenso wie auf den traditionellen Ruf „O´zapft is“ des jeweiligen Oberbürgermeisters beim Fassanstich kann man sich auf die jährliche Oktoberfest-Analyse der HVB/UniCredit verlassen. Fazit: Die Festbesucher müssen tapfer sein. In diesem Jahr hat HVB die stärkste Bierpreis-Inflation seit sechs Jahren ermittelt.

Im Durchschnitt kostet die Maß nun 11,24 Euro und damit 41 Cent bzw. 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. 2012 war der Bierpreis um 3,9 Prozent gestiegen. Nun lebt der Wiesn-Besucher aber nicht vom Bier allein. Für ein Gesamtpaket aus zwei Maß Oktoberfestbier, einem halben Brathähnchen und einer Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr berechnet die Münchener Bank den „Wiesn Visitor Price Index“ (WVPI). Und auch der stieg an, liegt mit einer Teuerung von 3,3 Prozent aber unter der Bierpreiserhöhung. Der Grund dafür: Die Preise für die Hendln sind nur um moderate 2 Prozent gestiegen, nach satten 6,2 Prozent mehr im Vorjahr.

Während die Inflation auf dem Oktoberfest nur eine Richtung kennt, war der Pro-Kopf Bierkonsum 2016 erstmals zurückgegangen – von 1,27 Litern 2015 auf 1,18 Liter. Doch die Wiesn-Wirte müssen sich keine Sorgen machen: Anzeichen einer möglichen Trendwende wurden im letzten Jahr widerlegt, denn der Pro-Kopf Bierkonsum stieg 2017 wieder auf 1,25 Maß pro Besucher, berichtet UniCredit-Chefvolkswirt Thomas Strobel, das entspreche dem zweithöchsten Stand seit 1985. Für den Autor der Oktoberfest-Analyse zeigen die Wiesn-Statistiken des vergangenen Jahres, dass sich der Bierpreis-Anstieg nicht auf den Absatz auswirkt.

Die hohe Inflation der Bierpreise ist übrigens kein Alleinstellungsmerkmal des Oktoberfests. Auch auf anderen Volkfesten in Süddeutschland sind die Bierpreise in den vergangenen 15 Jahren deutlich gestiegen. So lag die Bierpreisinflation in diesem Zeitraum etwa auf dem Gäubodenvolksfest in Straubing bei 69 Prozent und auf dem Cannstatter Volksfest in Stuttgart immerhin bei 47 Prozent. Dennoch: An den Bierpreisanstieg von 72 Prozent auf dem Oktoberfest kommt kein anderes Volksfest heran.

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Artikel veröffentlicht am:
20.09.2018
Autor/in 
Redaktion die bank
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