Überraschende Insolvenz
Robo Advisor Cashboard ist pleite

Der bereits erwartete und von Branchenbeobachtern prognostizierte Konsolidierungsprozess im Segment der deutschen Robo-Advisory-Anbieter hat offenbar begonnen. Wie der Infodienst Deutsche-Startups.de unter Verweis auf einen Eintrag im Register für Insolvenzbekanntmachungen berichtet, ist das Berliner FinTech-Unternehmen Cashboard zahlungsunfähig. Demnach wurde Rechtsanwalt Torsten Martini von der Berliner Kanzlei Leonhardt Rattunde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Cashboard war reiner Technologieanbieter und hat keinen Zugriff auf die Kundengelder, die bei der European Bank for Financial Services GmbH (ebase) verwahrt werden. Ebase ist eine 100-prozentige Tochter der Comdirect bank AG ist eine Vollbank und Mitglied des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. (BdB). Laut Extra-Magazin von Isarvest, die regelmäßige Analysen mit Performancemessungen des deutschen Robo-Marktes durchführen, hatten sich bei Cashboard bereits in den vergangenen Monaten größere Probleme abgezeichnet. Bei dem letzten durchgeführten Robo-Advisor-Test wollte Cashboard nicht mehr teilnehmen. Weitere Informationen stehen noch aus.

Die Insolvenz von Cashboard hat keine Auswirkung auf die Kundenanlagen bei Ebase. Bei den Fondsanlagen bilden das bei einer Verwaltungsgesellschaft nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) gegen Ausgabe von Anteilsscheinen eingelegte Kapital und die damit angeschafften Vermögensgegenstände ein Sondervermögen. Das Sondervermögen muss von dem eigenen Vermögen der Verwaltungsgesellschaft getrennt gehalten werden. Das Sondervermögen haftet nicht für Verbindlichkeiten der Verwaltungsgesellschaft und ist somit insolvenzgeschützt.

Im Hinblick auf die Sichteinlagen auf Konten ist Ebase zudem Pflichtmitglied der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) als gesetzliches Einlagensicherungssystem. Die Sicherungsgrenze der EdB beträgt bis maximal 100.000 € pro Kunde bzw. Einleger. Einen Anspruch auf Entschädigung haben alle Privatpersonen. Geschützt werden je Kunde Einlagen bis zu einer Höhe von 100.000 € (Deckungssumme) sowie 90 Prozent der Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften, maximal den Gegenwert von 20.000 €.

Ebase ist zudem freiwilliges Mitglied des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. Durch den Einlagensicherungsfonds des BdB sind die Guthaben/Einlagen jedes einzelnen Kunden derzeit bis zu einer Höhe von 20 Prozent der Eigenmittel von Ebase zum Zeitpunkt des letzten veröffentlichten Jahresabschlusses voll gesichert. Für die Berechnung der Sicherungsgrenze ist die Höhe der Eigenmittel der Bank zum Zeitpunkt der Anlage maßgeblich.
 

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Artikel veröffentlicht am:
12.05.2017
Autor/in 
Stefan Hirschmann
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