Digital Banking
PSD2 – Differenzierung über Schnittstellen (APIs)
 

Die Payment Systems Directive in ihrer zweiten Fassung (PSD2) ist in Deutschland geltendes Recht – im Jahr 2019 ist sie auch technisch umzusetzen. Das bedeutet für Banken und Finanzdienstleister einen gravierenden Einschnitt: Sie müssen ihren Datenschatz – Kundendaten, Kontodaten, Transaktionen sowie Zahlungsverkehrs-Funktionen – für Dritte zugänglich machen. Eine aktuelle Studie zeigt, wie sich die Banken aktuell aufgestellt haben und wie sie versuchen, sich am Markt zu differenzieren.

Seit Januar 2018 gilt in Deutschland und Europa die PSD2 – ein Regulierungswerk, das den Zahlungsverkehr für neue Dienstleister öffnen und den Verbraucherschutz verbessern soll. Dabei soll der Zahlungsverkehr elementarer Bestandteil von übergreifenden und digitalen Wertschöpfungsketten werden, Datensilos aufbrechen und eine nahtlose Kundenerfahrung ermöglichen.

Prominente Anwendungsbeispiele reichen von Ski-Anzügen mit eingebauten digitalen Ski-Pässen mit Bezahlfunktion über Bord-Computer in Fahrzeugen, mit denen die Treibstoffe direkt aus dem Fahrzeug heraus bezahlt werden können, ohne an der Kasse anstehen zu müssen, bis hin zu Financial-Home-Apps, die Transaktionen der Kunden kategorisieren, Verträge erkennen und bessere Angebote suchen.

Banken spielen in diesen Szenarien allenfalls die Rolle von Infrastruktur-Dienstleistern, die am Ende der Wertschöpfungskette den eigentlichen Geldfluss abwickeln, die Datensicherheit gewährleisten und die regulatorische Compliance sicherstellen müssen.

Differenzierung erforderlich

Kreditinstitute müssen sich so aufstellen, dass sie trotz offener Schnittstellen zu Kundendaten und Funktionen einen Mehrwert bereitstellen können, der es ihnen erlaubt, früher einen größeren Beitrag in den digitalen Wertschöpfungsprozessen zu leisten.

Als Analogie kann hier der hochgradig standardisierte Mobilfunkmarkt dienen, in dem die großen Player längst mit Zusatzangeboten den eigentlichen Umsatz erwirtschaften. Die reinen Infrastruktur-Produkte (z. B. der DSL-Anschluss) sind dagegen weitgehend kommoditisiert und unterliegen einem hohen Preisdruck.

API Strategie

Nach der erforderlichen Compliance mit den regulatorischen Anforderungen können Banken und Finanzdienstleister ihre Schnittstellen-Strategie in unterschiedliche Richtungen weiterentwickeln. Dabei gibt es drei grundsätzliche Stoßrichtungen:

  • Monetarisierung von Daten und Analysen: Verbesserung des bisherigen Geschäftsmodells unter Nutzung der Kundendaten bei Dritt-Banken: dadurch lassen sich zusätzliche Erkenntnisse generieren, die zu besseren Risiko-Bewertungen und/oder zum Cross-Selling genutzt werden können.
  • Banking als Dienstleitung: Erweiterung des Geschäftsmodells um die Bereitstellung von Bank-Dienstleitungen für Dritte und/oder Nicht-Banken, z. B. für FinTechs.
  • Finanz-Ökosystem: Aufbau eines Finanz-Ökosystems, um eigene und fremde Dienstleistungen im Sinne eines Full-Service-Leistungsversprechens zu kombinieren.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
18.06.2019
Erschienen in Ausgabe:
05/2019
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Quelle(n):

Bildquelle: iStock.com/WLDavies

Autor/in 
Christopher Schmitz, Alexander Christoph
Christopher Schmitz ist Partner bei der Transaktionsberatung der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Frankfurt am Main.

Dr. Alexander Christoph ist Director im gleichen Unternehmen am Standort Stuttgart. Beide Autoren haben ihre Beratungsschwerpunkte in Transformationsprojekten bei Finanzdienstleistern und Versicherungen.
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