Wertentwicklung verkehrt sich ins Gegenteil
Optimismus bei Bankern, Sorgenfalten bei Asset Managern
 

Die Zeiten für Investmentbanken sind schwierig: Ihre Erträge sind seit 2010 um 17 Prozent gesunken, und die durchschnittliche Eigenkapitalrendite (RoE) fiel in den einstelligen Bereich. Sie liegt damit nun unter den Eigenkapitalkosten. Asset Manager stehen hingegen vergleichsweise gut da. Dank des anhaltenden Wachstums privater Vermögen und hoher Anlagerenditen infolge von Quantitative Easing konnten sie ihre Erträge seit 2010 um mehr als 25 Prozent steigern.

Mit der Aussicht auf wieder anziehendes Wirtschaftswachstum und nachlassenden Regulierungsdruck können Investmentbanken auf eine spürbare Verbesserung der Eigenkapitalrendite hoffen. Sie ha­-
ben vermutlich das Schlimmste hinter sich. Bei Asset Managern hingegen baut sich Margendruck auf, der sich noch weiter erhöhen dürfte. Selbst bei anhaltendem Wachstum des verwalteten Vermögens (AuM) sehen wir über die nächsten drei Jahre bei Asset Managern einen Ertragsrückgang von drei Prozent. Bis 2019 dürfte sich die relative Wertentwicklung von Asset Managern und Investmentbanken seit der Krise ins Gegenteil verkehrt haben.

Grund zur Hoffnung bei Investmentbanken
Nur mäßiges Wirtschaftswachstum im Westen und höhere regulatorische Anforderungen haben zu Ertragseinbußen bei Investmentbanken geführt, während sich ihre Compliance- und Kapitalkosten mehr als verdoppelt haben. In der Folge sind die durchschnittlichen Renditen eingebrochen. Investmentbanken haben darauf mit Anpassungen ihrer Geschäftsmodelle reagiert. Sie haben sich aus Geschäftsfeldern zurückgezogen, die sich in diesem Umfeld als nicht mehr profitabel erwiesen haben, und ihre Prozesse gestrafft. Die Branche konnte die Kosten 2016 um sechs Prozent senken und damit den Ertragsrückgang von einem Prozent mehr als wettmachen.
Diese Reformen schlagen sich in Kombination mit rückläufigen Bußgeldern allmählich in moderaten Ergebnissteigerungen nieder. Die Veränderungen bei den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und im aufsichtsrechtlichen Umfeld versprechen jedoch weitere signifikante Ergebnisverbesserungen.

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hat Hoffnung auf starke Impulse für das Weltwirtschaftswachstum durch US-Konjunkturprogramme geweckt. Investmentbanken würden von dem Aufwärtstrend an den Aktienmärkten, steigenden Zinsen und Volatilität am Devisenmarkt profitieren. Im besten Fall – bei starkem Wachstum in Kombination mit der versprochenen Liberalisierung der Bankenregulierung und ohne größere Verwerfungen durch den Brexit – prognostizieren wir für Investmentbanken über die kommenden drei Jahre eine Steigerung der durchschnittlichen Eigenkapitalrendite von mehr als 50 Prozent, was einer Erhöhung der RoE auf 17 Prozent entspräche. 
Das ist natürlich ein optimistisches Szenario. Ideale Bedingungen enstehen selten. Staatliche Konjunkturprogramme können statt zu mehr Wirtschaftswachstum auch zu destabilisierenden Blasen an den Finanzmärkten führen. Handelsschranken und Einschränkungen des freien Personenverkehrs können sich negativ auf das Weltwirtschaftswachstum auswirken, und der Brexit kann sich zu einer großen Belastungsprobe für die Londoner City und die europäischen Kapitalmärkte entwickeln. Ebenso bleibt die versprochene Lockerung der Regulierung unter Umständen aus. Im schlimmsten Fall sehen wir die durchschnittliche Eigenkapitalrendite von Investmentbanken bis 2019 auf fünf Prozent zusammenschmelzen.

 

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07/2017

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
02.08.2017
Erschienen in Ausgabe:

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Quelle(n):
Bildquelle: © ALDECAstudio / fotolia.com
Autor/in 
Christian Edelmann
Partner bei Oliver Wyman und globaler Leiter der Praxisgruppen Corporate & Institutional Banking sowie Wealth & Asset Management.
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