PSD2
Nur ein Viertel der Firmen bietet digitale Bezahlwege an

Seit dem 14. September müssen Banken die Vorgaben der europäischen Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 umsetzen. Beim Online-Banking und beim Einkaufen im Internet gilt für Bankkunden die Pflicht zur starken Kundenauthentifizierung. Verbraucher müssen ihre Identität mit zwei voneinander unabhängigen Komponenten nachweisen. Die PSD2 soll mehr Sicherheit beim digitalen Bezahlen gewährleisten. Doch ungeachtet dessen bieten erst 27 Prozent der deutschen Unternehmen ihren Kunden digitale Bezahlwege an. Deutschland liegt damit zwar fast im europäischen Durchschnitt (28 Prozent), aber weit hinter Spitzenreitern wie Dänemark (47 Prozent). Das geht aus einer aktuellen Studie des Finanzdienstleisters EOS hervor. 

Doch welche Bezahlvorgänge bevorzugen die Verbraucher? Hierzulande sei im Online-Handel der Kauf auf Rechnung nach Erhalt der Ware besonders beliebt. Deshalb böten 81 Prozent der Firmen diese Methode an – im europäischen Schnitt seien es nur 69 Prozent. Auch das Lastschriftverfahren sei bei den Deutschen sehr beliebt: 56 Prozent der Unternehmen erlaubten diese Zahlungsart (Europa: 38 Prozent). Das Problem für den Handel gerade mit diesen Bezahlwegen: Zahlungsausfälle seien besonders häufig, denn Käufer könnten die Zahlung verweigern oder zurückrufen und die Ware behalten.

Dass es Fortschritte in Sachen digitale Zahlungsmethoden gebe, zeige sich beim Mobile Payment. Europaweit wird diese Bezahlmethode demnach mittlerweile von 7 Prozent der Unternehmen angeboten, 2018 seien es erst 5 Prozent gewesen. In Deutschland könnten die Kunden bei 6 Prozent der Firmen Mobile Payment nutzen, eine deutliche Steigerung zum Vorjahr (2018: 1 Prozent). Einer der Gründe hierfür dürfte den Angaben zufolge der Deutschland-Start von Apple Pay im Dezember 2018 sein. Wohin die Reise beim Mobile Payment noch gehen könne, zeige der Blick ins Nachbarland Dänemark: Dort böten schon 28 Prozent der Unternehmen Mobile Payment an – Europarekord.

Die Studie beleuchtet zudem das Zahlungsverhalten in Europa. Auf dem Kontinent würden vier von fünf Rechnungen fristgerecht beglichen. Westeuropa zeige bei verspäteten Zahlungseingängen im Vergleich zum Vorjahr eine positive Entwicklung. 83 Prozent der Rechnungen würden innerhalb der Zahlungsfrist beglichen, 15 Prozent verspätet, 2 Prozent seien uneinbringlich. In Osteuropa liege der Anteil der innerhalb der Zahlungsfrist beglichenen Rechnungen bei 80 Prozent, 18 Prozent der Eingänge erfolgen demnach verspätet, rund 3 Prozent seien uneinbringlich.

Trotz der guten Entwicklung des Zahlungsverhaltens blickten europäische Unternehmen mittlerweile skeptischer in die Zukunft. Nur noch 22 Prozent erwarten der Studie zufolge in den beiden kommenden Jahren eine deutliche Verbesserung der Zahlungsmoral, 2018 seien es noch 24 Prozent gewesen. Demgegenüber rechneten 15 Prozent der Befragten mit einer Verschlechterung, eine Steigerung von zwei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
18.09.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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