Non-Performing Loans
Neue Herausforderungen für europäische Banken
 

Die Situation der europäischen Banken bleibt unbefriedigend: Auch zehn Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise dauern die „Reparaturarbeiten“ in der Branche an. Das zeigt sich vor allem an den niedrigen Kapitalmarktbewertungen im Vergleich zu den USA.

So liegt das Verhältnis von Marktwert zu Buchwert für den FTSE Eurozone Banks Index mit 0,8 nicht nur unter 1,0, sondern auch deutlich unterhalb des entsprechenden Bewertungsverhältnisses für den KBW US Banks Index, der einen Wert von 1,5 ausweist.

Die Gründe hierfür sind vielfältig: Zum einen finden sich immer noch erhebliche stille Lasten in den Bankbilanzen, da die Liquidationswerte für viele Legacy Assets, insbesondere Non-Performing Loans (NPL), unterhalb der Buchwerte liegen. Zum anderen belasten die verhaltenen Wachstumsprognosen und die Aussichten auf anhaltend niedrige Zinsen bei chronischen Überkapazitäten die Ertragsaussichten der Banken in Europa. Das gilt sowohl für das Kreditgeschäft als auch für das Einlagengeschäft. 

Hinzu kommen ein zunehmender Wettbewerb durch FinTechs, vor allem im Retail Banking, und deutliche Marktanteilsverluste im Investment Banking an die starken US-Wettbewerber. Die Eigenkapitalrenditen erwirtschaften in vielen Fällen nicht die Eigenkapitalkosten, was gleichbedeutend mit ökonomischen Verlusten zu sehen ist. Zwar stehen die Basel-Regeln jetzt weitgehend fest – sieht man einmal von der Behandlung von Staatsanleihen ab – aber die europäische Bankenunion ist noch nicht vollständig umgesetzt. Das gilt insbesondere für die dritte Säule der Bankenunion, eine einheitliche europäische Einlagensicherung. 

NPL-Entwicklung in Europa: Zenit wohl überschritten

Die NPL-Krise in Europa hat ihren Zenit überschritten. Das Volumen von NPLs in der Eurozone ist von über 1,1 Bio. € im Jahr 2014 auf rund 800 Mrd. € 2017 zurückgegangen.2 Diese NPLs sind zwar mittlerweile zu über 50 Prozent durch Wertberichtigungen abgedeckt, allerdings entspricht dieses Volumen immer noch 5,1 Prozent der gesamten Kredite in der Eurozone. Zum Vergleich: Die entsprechenden NPL-Quoten in den USA liegen bei 1,5 Prozent und in China bei 1,75 Prozent (allerdings dürfte der Ausweis hier immer noch systematisch zu niedrig sein). 

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
08.10.2018
Erschienen in Ausgabe:
08/2018
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Quelle(n):
Bildquelle: ©bee32 | istockphoto.com
Autor/in 
Axel Wieandt
Prof. Dr. Axel Wieandt, WHU Otto-Beisheim School. Der Beitrag basiert auf der Key Note Address des Autors bei einer Veranstaltung der Debitos GmbH, Frankfurt am Main, zu aktuellen Banken- und Finanzthemen. 
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