Deutsche und Postbank fusionieren zu einer Rechtseinheit
Neue Digitalbank soll junge Kunden anziehen
 

Mit einem gemeinsamen Privat- und Firmenkundengeschäft Marktführer sein, mehr als 20 Mio. Kunden betreuen und 325 Mrd. € Kundenvermögen verwalten – so sieht der Plan von Deutsche Bank und Postbank aus. Dafür werden die Deutsche Postbank AG und die Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG zum Ende des zweiten Quartals 2018 in einer Rechtseinheit zusammengeführt.

 Die neue Bank wird als Deutsche Privat- und Firmenkundenbank eine gemeinsame Zentrale haben, trotzdem sollen beide Marken beim Kunden präsent bleiben. Anders als der traditionsreiche Name Sal. Oppenheim, diese Marke wird aufgegeben.

Von dem Umbau versprechen sich die Verantwortlichen erhebliche Einsparungen: 900 Mio. € sollen so ab dem Jahr 2022 jährlich gespart werden können, größtenteils Kostensynergien, die sich aus der Zusammenlegung von Rechtseinheit, abgestimmten Produktangeboten und Filialen sowie einheitlicher IT und einheitlicher Prozesse ergeben. Demgegenüber stehen allerdings erst einmal Investitionen und Restrukturierungskosten in Höhe von 1,9 Mrd. €, vor allem für den IT-Bereich. Die Aufwand-Ertrag-Relation in diesem Bereich soll bis 2022 auf unter 65 Prozent gesenkt werden.
„Wir schaffen eine Bank, bedienen aber mit unseren zwei etablierten Marken weiter die unterschiedlichen Wünsche unserer Kunden“, erläuterte Christian Sewing, stv. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. Im Rahmen einer Profilschärfung werde sich die Deutsche Bank als Ansprechpartner und Risikomanager auf die intensive Beratung ihrer Kunden fokussieren, während die Postbank den Bedarf nach täglichem Bankgeschäft abdecken soll. Das Geschäft der beiden Marken wird von gemeinsamen Teams unter einer einheitlichen Führung von Kompetenzzentren an den Standorten Bonn und Frankfurt am Main gesteuert.
Ende kommenden Jahres will die Deutsche Privat- und Firmenkundenbank dann auch mit einer neuen Digitalbank an den Markt gehen. Ein kostenfreies Konto wird vor allem junge, digital affine Kunden locken und einen schnellen Zugang zu digitalen Marktplätzen bieten. In diesen Bereich wird auch das Angebot der norisbank integriert. Auch dadurch soll die neue Bank – unabhängig von Alter oder Einkommen – für alle Kunden attraktiv sein. „Schon heute hat keine private Bankgruppe in Deutschland so viele Online-Kunden wie wir zusammen. Diesen Vorsprung in der digitalen Transformation können wir gemeinsam noch schneller ausbauen“, sagte Frank Strauß, Vorstandsvorsitzender der Postbank. Von den über 20 Mio. Kunden der Deutschen Privat- und Firmenkundenbank nutzen heute bereits mehr als 10 Mio. die Online- und Mobil-Angebote der beiden Banken.
Die Deutsche Privat- und Firmenkundenbank geht mit rund 30.000 Mitarbeitern und 1.500 Filialen an den Start, heißt es in einer Pressemitteilung. Wie viele Arbeitsplätze auf der Strecke bleiben werden, ist abzuwarten. Dass der Plan ohne Stellenstreichungen nicht aufgehen wird, scheint klar: Management und Arbeitnehmervertreter haben sich bereits auf ein Eckpunktepapier zum „sozialverträglichen Stellenabbau und zur konstruktiven Begleitung des Integrationsprozesses“ geeinigt. Das schaffe ein verlässliches Umfeld für die Mitarbeiter, so Strauß; der Bank wiederum sei dadurch der Weg zur zügigen Zusammenlegung der Häuser mit den notwendigen Anpassungen geöffnet. „Wir haben in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass auch ein tiefgreifender Wandel einvernehmlich möglich ist“, beschwichtigte Sewing.
Auch das Wealth Management der Deutschen Bank im Inland erhält einen neuen Zuschnitt. Die Vermögenskunden von Sal. Oppenheim werden im Lauf des Jahrs 2018 ins Wealth Management der Deutschen Bank integriert, das Asset Management von Sal. Oppenheim mit dem umfassenden quantitativen Investment-Wissen geht bereits im ersten Quartal 2018 in den Unternehmensbereich Deutsche Asset Management über. Damit verschwindet der traditionsreiche Name der 1789 gegründeten Kölner Privatbank aus der Bankenlandschaft.
Auch die Produktentwicklung sowie die Servicefunktionen einschließlich der Informationstechnologie der Deutschen Privat- und Firmenkundenbank sollen gebündelt werden. Zudem werden die Bauspareinheiten von Postbank und Deutscher Bank – BHW Bausparkasse und DB Bauspar – zusammengeführt. Als wichtiger Baustein der Strategie wird darüber hinaus die langjährige Partnerschaft mit der Deutschen Post genannt. Diese wurde in geänderter Form um fünf Jahre verlängert.

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Artikel veröffentlicht am:
26.10.2017
Quelle(n):
Artikelbild: Deutsche Bank AG 
Autor/in 
Redaktion die bank
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