Vernetzen im H4SF
Nachhaltige Finanzwirtschaft

In einem „Hub for Sustainable Financing“ (H4SF) sollen sich Akteure und Stakeholder der Finanzwirtschaft vernetzen, Erfahrungen austauschen, gemeinsame Standards anregen und eine Plattform für Partnerschaften gründen. Erste Impulse hierzu gab der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) bereits zu Jahresbeginn unter dem Leitmotto „Green Finance“. Die Initiative konkretisierte sich dann auf Fachveranstaltungen, unter anderem der 17. Jahreskonferenz des RNE. Das aktuelle Diskussionspapier des H4SF weist 13 Handlungsfelder für die Branche auf und wird Gegenstand des kommenden Sustainable Finance Gipfel Deutschand sein.
Politische Rückendeckung und eine zentrale Koordination durch den RNE sollen dem Hub einen Hebel verleihen und seine Wirksamkeit sichern. Unter anderem im Kerngeschäft von Banken und Versicherungen soll Nachhaltigkeit dadurch noch stärker Berücksichtigung finden. Ganz so neu ist dieses Thema für die Branche allerdings nicht, so auch der Autor Dr. Markus Scholand. Durchaus kritisch müsse daher überlegt werden, ob und an welcher Stelle der Finanzsektor externer Schützenhilfe bedarf. Scholand arbeitet im Kompetenznetzwerk von ecofin an der Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in unternehmerische Strukturen und Prozesse.
Finanzunternehmen beschäftigten sich zum Teil seit mehr als zwei Jahrzehnten mit Fragestellungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales sowie Governance (ESG) und selbst tradierte Branchenverbände bauten in den letzten Jahren Expertise hierzu auf. Unisono mit den Initiatoren des H4SF konstatiert Scholand allerdings, dass für die Mehrheit der Institute in Deutschland die Frage der Operationalisierung nachhaltigen Handelns noch weitgehend offen und entsprechende Themen noch nicht im Mainstream des Tagesgeschäfts angekommen seien. Scholand glaubt, dass sich dies ändern muss und auch wird – entweder durch weitere und stringentere Regulation, durch Marktkräfte und internationale Player gerade im institutionellen Geschäft oder durch aktives Handeln der Branche selbst. Letztere Option erlaube es Einzelinstituten sowie Verbänden am stärksten, ihre eigenen (wirtschafts-)politischen Positionen einzubringen. Gleichzeitig könne der H4SF bei diesem Prozess einen Mehrwert bieten. Nicht als Konkurrenz zu langjährig entwickelten Strukturen in Fachorganisationen, Branchenverbänden oder informellen Netzwerken. Aber als „Facilitator“, als Vermittler, der unterschiedliche Anspruchsgruppen der Finanzwirtschaft an einen Tisch bekommt. Dem H4SF komme daher eine wichtige Rolle als Moderator zu, der die Mehrheit der noch nicht involvierte Banken und Versicherungen rasch zu aktivem Handeln motiviert und das erforderliche Wissen vermittelt.
Für interessierte Finanzinstitute, die mehr über die Arbeit zu Nachhaltigkeitsthemen und Netzwerken erfahren möchten, bieten sich am Bankplatz Frankfurt verschiedene Veranstaltungen an: Neben dem Sustainable Finance Gipfel Deutschand am 23. Oktober auch die Konferenz zu nachhaltigen Geldanlagen in der Frankfurt School of Finance & Management am 9. November sowie der Roundtable des VfU am 29. und 30. November. Weitere Informationen zum H4SF finden Sie unter www.nachhaltigkeitsrat.de/projekte/uebersicht/h4sf/

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
06.10.2017
Autor/in 
Redaktion die bank
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