KfW Research
Mittelständler sehen hartem Brexit gelassen entgegen

Die Brexit-Verhandlungen entwickeln sich zur unendlichen Geschichte. Ein ungeregelter Austritt Großbritanniens aus der EU zum 31. Oktober schwebt weiter wie ein Damoklesschwert über den Beteiligten. Die Ungewissheit über den Ausgang der Gespräche belastet auch die Konjunktur. Doch ungeachtet dessen sehen die meisten deutschen Mittelständler dem Thema gelassen entgegen, wie eine aktuelle Befragung von KfW Research zeigt: Rund 60 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen mit maximal 500 Mio. Euro Jahresumsatz erwarten demnach auch bei einem harten Brexit keine Auswirkungen auf ihre Geschäfte. Ein Viertel der Firmen befürchte allerdings Nachteile.

Wie es weiter heißt, dürfte es bei vielen von ihnen die Sorge um die Konjunktur sein, die die Erwartungen trübt: Von den rund 17 Prozent der Mittelständler, die einen ungeregelten Brexit als eines der größten Risiken für die deutsche Konjunktur sähen, erwartet den Angaben zufolge mehr als die Hälfte negative Auswirkungen auf ihr Unternehmen. Darüber hinaus dürften einige Mittelständler auch direkt betroffen sein, hieß es – etwa, weil sie in das Vereinigte Königreich exportieren. Entsprechend rechnen vier von zehn Mittelständlern, deren Auslandsumsatz mehr als 10 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, mit Nachteilen für ihre Firma im Falle eines harten Brexits.

Demgegenüber gingen einige Dienstleister davon aus, von einem harten Brexit sogar profitieren zu können. Unter den exportstarken Dienstleistern, zu denen unter anderem Rechts-, Steuer-, und Wirtschaftsberatungen zählten, gebe es einen relativ hohen Anteil von 15 Prozent, der eher positive Effekte auf das eigene Unternehmen erwarte. Der sinkende Wettbewerbsdruck durch Konkurrenten aus dem Vereinigten Königreich dürfte hier eine Rolle spielen, aber auch der erhöhte Beratungsbedarf von Unternehmen, die ihre Geschäftsbeziehungen nach einem harten Brexit neu ordnen müssten, heißt es. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
11.10.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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