Zahlungsverkehr
Migranten: die stillen Helden
 

Laut den Vereinten Nationen lebten im vergangenen Jahr mehr als 230 Millionen Menschen außerhalb ihres Heimatlandes, das ist mehr als die Bevölkerung Brasiliens und 3,2 Prozent der Weltbevölkerung.

Die von Migranten getätigten Rücküberweisungen in ihre Herkunftsländer erreichten nach Angaben der Weltbank im vergangenen Jahr eine Summe von 542 Mrd. US-$ – eine Steigerung von 30 Prozent in den letzten fünf Jahren. Im Vergleich zur staatlichen Entwicklungshilfe ist der Betrag sogar fast vier Mal so hoch. Der Zahlungsdienstleister Western Union misst den Migranten, die den überwiegenden Teil der Nutzer von Geldtransfers ausmachen und unzählige Rücküberweisungen hauptsächlich an ihre Familien in ihrer Heimat schicken, deshalb eine besondere wirtschaftliche Bedeutung zu. Schätzungen zufolge könnten weltweite Rücküberweisungen im Jahr 2016 auf 680 Mrd. US-$ anwachsen.
Welche wirtschaftliche Bedeutung die Rücküberweisungen von Migranten haben, zeigt Tadschikistan. Hier machten Rücküberweisungen im vergangenen Jahr 42 Prozent der lokalen Wirtschaftsleistung aus. „Migranten sind stille Helden, deren Leistung große Anerkennung verdient“, so Herbert Seitner, Europachef bei Western Union. Nach Angaben des Migrationsberichts vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge leben derzeit rund 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Das Statistische Bundesamt gibt an, dass die Türkei – gefolgt von Polen und Italien – zu den am stärksten vertretenen Nationen in Deutschland gehört. Den Unternehmergeist und somit die wirtschaftliche Bedeutung der Migranten in Deutschland belegen auch die jüngsten Zahlen der KfW Bank. So liegt der Anteil der von Migranten ins Leben gerufenen Firmen bei 21 Prozent. Im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2013 zählten Türken unter den Jungunternehmern mit ausländischen Wurzeln zu der stärksten Guppe (21 Prozent), gefolgt von Russen (10 Prozent), Polen (7 Prozent) und Italienern (5 Prozent).

 

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Artikel veröffentlicht am:
19.12.2014
Quelle(n):
Bild: © Günter Menzl - Fotolia.com
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Redaktion die bank
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