Umfrage
Mehrheit der Deutschen kennt die PSD2 nicht

Millionen Verbraucher in Deutschland müssen sich derzeit beim Online Banking mit deutlichen Änderungen vertraut machen. Am 14. September trat die neue EU-Zahlungsrichtlinie PSD2 in Kraft und damit auch ein neues Regelwerk für Bezahlvorgänge im Web. Die Abläufe sollen für Kunden künftig insgesamt deutlich sicherer werden. Die PSD2 gilt als eine der wichtigsten Änderungen für Verbraucher seit Jahren. Doch einer aktuellen Umfrage zufolge haben 59 Prozent der befragten Teilnehmer noch nie von der Richtlinie gehört. Die übrigen 41 Prozent kannten zwar den Begriff, doch nur 7 Prozent der Befragten wussten auch, was sich dahinter verbirgt. Das geht aus einer repräsentativen Online-Umfrage im Auftrag des Informationsdienstleisters Crifbürgel hervor.

Laut der PSD2 müssen Banken anderen, bei der Finanzaufsicht registrierten Firmen den Einblick in Kontodaten von Kunden gewähren, wenn der Kontoinhaber dem zustimmt. Die Datenschnittstellen dazu stellen die Kreditinstitute, doch diese funktionieren oft nur eingeschränkt. Aus diesem Grund wird es über den Stichtag 14. September hinaus weiter möglich bleiben, Kreditkartenzahlungen im Internet ohne die Starke Kundenauthentifizierung auszuführen. Die BaFin hatte kürzlich bekanntgegeben, dass sie Zahlungsdienstleistern mit Sitz in Deutschland dieses Schlupfloch vorerst offenhält.

Wie es weiter hieß, hat nur rund jeder sechste Befragte (17 Prozent) schon einmal Services genutzt, für die er den Zugriff auf sein Bankkonto erlaubt hat. Das seien etwa Online-Vergleichsseiten oder Banking-Apps. 83 Prozent geben den Angaben zufolge an, bisher keine Dienste dieser Art genutzt zu haben. Allerdings verwendeten 70 Prozent der Befragten diverse Finanz-Apps externer Anbieter: 59 Prozent tätigten damit Überweisungen, zum Beispiel mit Paypal. 35 Prozent der Teilnehmer prüften ihren Kontostand mit einer Mobile-Banking-App wie Numbrs und weitere 24 Prozent nutzten Apps zum Bezahlen mit dem Smartphone.

Vertrauenswürdigster Anbieter sei für 67 Prozent der Befragten die eigene Hausbank. Der Umfrage zufolge konnte sie gegenüber dem Vorjahreswert von 64 Prozent nochmal 3 Prozentpunkte zulegen und verweist andere Banken und Kreditinstitute mit nur 30 Prozent auf die hinteren Plätze. Amazon vertrauen demnach bereits 26 Prozent der Befragten. Andere Konzerne wie Google (15 Prozent) und Facebook (8 Prozent) rangierten bei der Frage „Wem würden Sie beim Zugriff auf Ihre Bankdaten vertrauen?“ dagegen auf den hinteren Rängen. Auch Anbieter wie Numbrs (10 Prozent) und N26 (12 Prozent) stünden kaum besser da. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
16.09.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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