Kapitalmarktausblick 2020 der Deutschen Bank
Leichte Erholung der Weltkonjunktur erwartet

Die Deutsche Bank rechnet im nächsten Jahr damit, dass die Weltkonjunktur an Schwung gewinnt. Entscheidend dafür sei eine anhaltende Entspannung im amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt, teilten die Kapitalmarktexperten des Frankfurter Geldhauses in ihrem Ausblick für das Jahr 2020 am Montag in Frankfurt am Main mit. Die Autoren betonten, dass politische Risiken jedoch bestehen bleiben würden – neben dem Handelsstreit auch der Brexit. Der Weg zu einem neuen Handelsabkommen dürfte hier ebenso sehr schwierig werden. „Das Topthema in der Wirtschaft und an den Kapitalmärkten dürfte 2020 aber der Präsidentschaftswahlkampf in den USA sein“, erklärte Stefan Schneider, Chefvolkswirt für Deutschland bei Deutsche Bank Research.

In Wachstumstempo der Weltwirtschaft hänge zudem von der Fiskalpolitik ab. „Als Konjunkturstabilisator stößt die Geldpolitik in vielen Volkswirtschaften an ihre Grenzen“, betonte Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank. Das gelte vor allem für die Eurozone, wo Italien und Frankreich bereits eine leicht expansive Fiskalpolitik betreiben. „In Deutschland bleibt die Fiskalpolitik aufgrund der Ausgabefreudigkeit der GroKo wohl auch 2020 expansiv. Allerdings gibt es meines Erachtens, obwohl immer wieder aus dem Ausland gefordert, keinen Grund für ein deutsches Konjunkturprogramm“, so Schneider. Groß angelegte europäische Konjunkturpakete würden in Deutschland, aber auch in den Ländern der Hansegruppe (skandinavische und baltische EU-Staaten sowie die Niederlande und Irland), auf Widerstand stoßen. 

Moderates Wachstum in Deutschland

Den Experten zufolge lasten auf der Eurozone die aktuellen Unsicherheiten im globalen Handel und ganz besonders die schleppende Entwicklung der Weltkonjunktur. Die stark exportabhängige deutsche Wirtschaft, die rund 30 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung der Eurozone beiträgt, dürfte 2019 nur um 0,5 Prozent wachsen, hieß es „Vor allem die Rezession in der Industrie dämpft das Wachstum in Deutschland“, erklärte Schneider. Von einer stabileren Konjunktur in den USA und China könne Deutschland daher überproportional profitieren: „Ich rechne für 2020 hierzulande mit einem moderaten Wachstum von knapp einem Prozent“, so Schneider. Für die Eurozone erwartet er lediglich ein Plus von 0,8 Prozent – nicht zuletzt, weil die stimulierende Wirkung der expansiven EZB-Geldpolitik zunehmend nachlasse.

Wie es in der Prognose weiter heißt, befinden sich die USA im längsten Aufschwung ihrer Geschichte. Auch 2020 sollte die größte Wirtschaft der Welt nicht in die Rezession fallen. Der inländische Konsum treibe das Wachstum wesentlich voran, denn er stehe für rund drei Viertel des US-Bruttoinlandsprodukts und wachse seit Jahren stabil mit etwa 3 Prozent pro Jahr. „Die politischen Unsicherheiten, insbesondere die erwarteten hitzigen Debatten über die Regulierung amerikanischer Großindustrien wie Finanzen, Pharma, Energie und Tech im Vorfeld der Präsidentschafts- und Kongresswahlen im November 2020, sind dagegen nicht förderlich für das Wachstum“, sagte Stephan. Nach einem erwarteten Plus von 2,2 Prozent in diesem Jahr dürfte die größte Volkswirtschaft der Welt im Wahljahr wohl nur noch um 1,6 Prozent zulegen, so die Experten. (ud)

Lesen hier den vollständigen Kapitalmarktausblick der Deutschen Bank für das Jahr 2020.

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Artikel veröffentlicht am:
25.11.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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