Geschäftsmodelle
LBBW steigert Gewinn und stellt sich digitaler auf

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat im ersten Halbjahr von einem starken Kapitalmarktgeschäft profitiert. Das gute Ergebnis in diesem Segment glich den Verlust im Retail-Geschäft und den Gewinnrückgang im Bereich Unternehmenskunden und Immobilienfinanzierung aus. Die Jahresprognose eines Vorsteuergewinns im mittleren dreistelligen Millionenbereich bekräftigte das Unternehmen. In den ersten sechs Monaten 2017 steigerte die LBBW den Vorsteuergewinn um 8 Prozent auf 279 Mio. €. Dabei ergab sich im Segment Retail/Sparkassen wegen hoher Investitionen ein Verlust von 15 Mio. €. Das Kapitalmarktgeschäft versechsfachte den Gewinn auf 184 Mio. €, während das Segment Corporates wegen höhere Aufwendungen einen Gewinnrückgang auf 294 von 343 Mio. € verbuchte. Unter dem Strich verdiente die LBBW 201 Mio. € nach 188 Mio. € im Vorjahreszeitraum.

Dabei konnte das schwache Zinsergebnis durch steigende Provisionserträge weitgehend ausgeglichen werden. Für ausfallgefährdete Kredite musste die Bank gleichwohl mehr Geld auf die hohe Kante legen als zuvor: Die Risikovorsorge erhöhte sich auf 40 Mio. €. Das Ergebnis aus derivaten Finanzinstrumenten war mit 130 Mio. € wieder deutlich im positiven Bereich nach einem Minus von 41 Mio. € zuvor. Dafür sackte das Ergebnis aus Finanzanlagen von einem ungewöhnlich hohen Vorjahreswert von 191 Mio. € merklich auf 101 Mio. € ab.

Strategisch liegt der Fokus der LBBW auf einer Fortentwicklung der Bank entlang der vier Säulen Geschäftsfokus, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Agilität. Mit dem Wechsel auf ein neues Kernbanksystem im April wurde eine wichtige Voraussetzung für die Digitalisierung der Geschäftsprozesse und die Modernisierung der Kundenschnittstellen, insbesondere im Privatkundengeschäft, geschaffen. Im Unternehmenskundengeschäft hat die LBBW gemeinsam mit Daimler erstmals die innovative Blockchain-Technologie bei einer Schuldschein-Transaktion erfolgreich eingesetzt.

Zur Stärkung ihrer Kapitalausstattung begab die LBBW im ersten Halbjahr zum ersten Mal Nachranganleihen in Singapur-Dollar und Australischen Dollar, die auf außergewöhnlich hohe Nachfrage stießen. Damit wurde die Investorenbasis der LBBW erfolgreich verbreitert. Zum 30. Juni weist die Bank eine im Branchenvergleich gute Eigenmittelausstattung auf. Die Gesamtkapitalquote lag nach aktuell gültigem Aufsichtsrecht (CRR/CRD IV mit Übergangsregeln) bei 22,8 Prozent und die harte Eigenkapitalquote (CET1) bei 15,9 Prozent. Unter der ab 2019 gültigen Vollanwendung der CRR/CRD IV (fully loaded) betrug die Gesamtkapitalquote 22,6 Prozent und die harte Eigenkapitalquote 15,8 Prozent.

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
29.08.2017
Autor/in 
Redaktion die bank
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