Trotz anspruchsvollem Marktumfeld
Lampebank in bester Ausgangslage

Das Bankhaus Lampe kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurückblicken und stellt seinem Besitzer, der Bielefelder Unternehmerfamilie Oetker, die Abführung des gesamten Jahresüberschusses in Aussicht. Bei einem Konzernbilanzgewinn von 55 Mio. €, der damit fast 60 Prozent über dem Vorjahresergebnis liegt, wirkte sich der Verkauf der Universal-Investment-Anteile an den Londoner Investor Montagu Private Equity merkbar positiv aus. Mit diesem außerordentlichen Ertrag wurde die Stabilität der Bank weiter gestärkt, indem Reserven aufgebaut wurden und massiv in die strategische Weiterentwicklung des Geschäftsmodells sowie in die Modernisierung der IT investiert wurde, wie Bankchef Stephan Schüller vor Journalisten in Düsseldorf ausführte. Über den Verkaufspreis wurde zwar Stillschweigen vereinbart, doch Schüller freute sich über eine „ausgesprochen erfolgreiche Transaktion“. Jetzt will sich die Lampebank stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, sich als Experte für Asset Management- und Corporate Finance-Lösungen profilieren sowie das Niederlassungsgeschäft weiterentwickeln. Hierfür wurde zuletzt das Personal aufgestockt sowie im Produktmanagement und in der Kundenberatung weiter Spezial-Know-how aufgebaut. Derzeit beschäftigt die Bank annähernd 700 Mitarbeiter. Die neuen Spezialisteneinheiten beschäftigen sich u.a. mit den Themen Immobilien, strategische Vermögensberatung oder auch exklusive Investments im Private Equity-Segment. Darüber hinaus besitzt das Bankhaus Lampe seit Februar 2016 einen Wirtschaftsbeirat, der durch Branchenkenntnisse die deutsche Wirtschafts- und Industriekompetenz verstärken soll.

Um sowohl den institutionellen als auch Privat- und Firmenkunden im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine breitere Produktpalette zu bieten, wurde das Asset und Wealth Management der Gruppe ausgebaut. Da Inhaber großer Privatvermögen zunehmend Interesse an Anlagelösungen aus dem institutionellen Bereich zeigen, sollen Privatkunden und Family Offices künftig Zugang zu innovativen Lösungen erhalten, die bislang nur institutionellen Kunden vorbehalten waren. Letzteren soll eine digitale Lösung zur Verfügung gestellt werden, die eine Modellierung der Asset Allokation und die Bestimmung des Risiko- und Renditebeitrags ermöglicht.

Die Bilanzsumme stieg auf knapp 2,9 Mrd. €, sodass das Bankhaus Lampe seine Position unter den 40 größten Privatbanken in Deutschland festigte. Eine konservative Risikopolitik sowie eine außergewöhnlich gute Kreditportfoliobonität führten dazu, dass die im Kreditgeschäft geplanten Risikokosten nicht benötigt wurden. Allen erkennbaren Risiken wurde durch ausreichende Bildung von Wertberichtigungen und Rückstellungen Rechnung getragen. Die harte Kernkapitalquote stieg zum Jahresende auf über 15 Prozent, sodass sich die Bank laut Schüller in einer ausgesprochen komfortablen Eigenkapitalposition befindet, die weiteres Wachstum zulässt. Mit Blick auf das laufende Jahr 2017 zeigte sich Bankchef Schüller zuversichtlich. Das Marktumfeld sei allerdings anspruchsvoll und berge Risiken, die auch negative Reaktionen zuließen. „Eine Unsicherheit im Markt ist durchaus spürbar“, so Schüller.

Kontakt  
Diesen Artikel ...  
Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
23.03.2017
Autor/in 
Stefan Hirschmann
Weitere interessante Artikel 
Artikel abonnieren 
die bank | Newsfeed
Newsletter

die bank | Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen redaktionellen Newsletter der Fachzeitschrift „die bank“.
Der Newsletter erscheint mindestens einmal im Monat und informiert Sie über aktuelle Beiträge und News.

 Anmeldung

 Newsletter-Archiv