Deutsch-Französisches IT-Sicherheitslagebild
Kriminelle kompromittieren KI-Trainingsdaten

Kriminelle machen nicht an der Grenze halt, das gilt umso mehr für Cyber-Kriminelle. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der diversen nationalen Sicherheitsbehörden ist deshalb ein wichtiges Thema. Die Vertreter dieser Behörden aus Deutschland und Frankreich, von BSI und ANSSI, stellten nun im Rahmen des 16. Deutschen IT-Sicherheitskongresses in Bonn das neue deutsch-französische Cyber-Sicherheitslagebild vor. Darin tragen das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die französische Agence nationale de la sécurité des systèmes d'information (ANSSI) nationale Erkenntnisse und Erfahrungen vergleichend zusammen. Im aktuellen Bericht stehen die Kriminalität im Zusammenhang mit Kryptowährungen sowie Künstliche Intelligenz (KI) in der IT-Sicherheit im Fokus. 

Im Hinblick auf Crypto-Currency-Crime haben die Behörden festgestellt, dass Kryptowährungen in Zeiten niedriger Kurse auch für Kriminelle nicht ganz so spannend sind. Sie gehen aber davon aus, dass die Angriffe erneut zunehmen, wenn die Kurse wieder steigen, und beobachten die Entwicklung daher kontinuierlich.

Künstliche Intelligenz ist schon heute unterstützender Bestandteil vieler IT-Sicherheitsanwendungen und Abwehrstrategien. Dazu zählen etwa die Erkennung von Schadsoftware, von Anomalien im Netzwerkverkehr und von Angriffen auf biometrische Identifikationssysteme, aber auch die Härtung von Kryptosystemen gegen Seitenkanalangriffe. Aber auch die Angreifer rüsten auf. Sie nutzen Künstliche Intelligenz beispielsweise um Gesichtserkennungssysteme anzugreifen, Captcha-Aufgaben zu lösen oder Social Engineering zu steuern. 

Risiken ergeben sich aber wohl auch bei der Nutzung von KI-Techniken für Anwendungsbereiche außerhalb der IT-Sicherheit, heißt es in dem Bericht. Eine wesentliche Bedrohung liegt nach Einschätzung von ANSSI und BSI in der gezielten Kompromittierung von Daten für KI-Anwendungen. Mithilfe des sog. Data Poisonings können Angreifer der KI unerwünschte Fähigkeiten, die dann für Angriffe genutzt werden, beibringen. Deshalb seien für KI-Trainingsdaten sichere Lieferketten wichtig. 

Das deutsch-französische Cyber-Sicherheitslagebild ist auf der Webseite des BSI in Englisch und Deutsch hier verfügbar. (kra) 

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Artikel veröffentlicht am:
21.05.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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