BdB-Hauptgeschäftsführer
Krautscheid spricht sich für digitalen Euro aus

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Andreas Krautscheid, hat sich skeptisch zu den Libra-Plänen von Facebook geäußert. „Jedes Wirtschaftssystem braucht eine stabile Währung – sie ist Kernelement staatlicher, demokratisch legitimierter Souveränität. Es kann daher aus unserer Sicht nicht Aufgabe eines privaten, gewinnorientierten Unternehmens sein, eine Digitalwährung in Umlauf zu bringen“, schreibt Krautscheid in einem Blog auf der Website des BdB. Die Verantwortung für die Geld- und Währungsordnung müsse bei souveränen Staaten und deren Notenbanken verbleiben

Krautscheid betonte zugleich, dass es in Wirtschaft und Gesellschaft einen Bedarf nach kryptobasiertem, digitalem Geld gebe. Von besonderem Interesse sei dabei programmierbares digitales Geld, das mit sogenannten Smart Contracts verbunden werden könne. Anders als mit Kryptowährungen wie Bitcoin könnten damit Zahlungsvorgänge nach festgelegten und programmierten vertraglichen Rahmenbedingungen automatisiert werden. Digital könnte überprüft werden, ob Aufträge erfüllt seien und Zahlungen dann automatisch ausgelöst werden könnten. 

Eine digital programmierbare Währung sei jedoch an Voraussetzungen gebunden, hieß es. Ein wettbewerbsfähiges Zahlungssystem müsse auf einem einheitlichen Standard und einer einheitlichen Währung beruhen. In Europa komme hierfür nur ein programmierbarer digitaler Euro in Frage, für den eine gemeinsame europaweite Zahlungsverkehrsplattform geschaffen werden sollte. Hierfür müssten höchste Regulierungsstandards eingehalten und die Kompatibilität mit bisherigem Giralgeld sichergestellt werden.

Krautscheid: „Ein digital programmierbarer Euro hat das Potenzial unsere Wirtschaftsabläufe, aber auch die Art wie wir zahlen und wie wir Werte aufbewahren, noch einmal grundlegend zu verändern.“ Umso wichtiger sei es, einen gesellschaftlichen Konsens darüber zu erzielen, wie ein programmierbares Digitalgeld in die bestehenden Finanzsysteme integriert werden könne. (ud)

Lesen Sie hier das Positionspapier des BdB Jenseits von Libra: Warum die Wirtschaft einen digitalen Euro braucht.

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Artikel veröffentlicht am:
30.10.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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