Deutsche Unternehmen wären im Nachteil
KMU: Erleichterungen differenzieren

Die EU-Kommission hat im Rahmen der Initiative „Unterstützung und Förderung der Nutzung von KMU-Wachstumsmärkten“ einen Verordnungsvorschlag veröffentlicht. Dieser sieht eine Reihe von Erleichterungen von der Marktmissbrauchsverordnung für Unternehmen vor, die an sogenannten KMU-Wachstumsmärkten notieren. Vor allem mittelständische Unternehmen betrachten den hohen Regulierungsaufwand durch die Marktmissbrauchsverordnung und die damit verbundenen Verwaltungskosten als Hemmnis für eine Unternehmensfinanzierung über die Kapitalmärkte. Jetzt wurden Erleichterungen für kleine und mittlere Unternehmen vorgestellt, wie z.B. die verlängerte Meldefrist für Eigenschäfte von Führungskräften, doch diese sind an den Begriff des KMU-Wachstumsmarkts gebunden.

Das ruft die Kritik des Interessenverbands Kapitalmarkt KMU auf den Plan. Die dringend notwendigen Erleichterungen sollten sich nicht am Begriff Wachstumsmarkt, sondern an den KMU-Eigenschaften orientieren, fordert Verbandspräsident Ingo Wegerich. „Gegenwärtig ist in Deutschland kein KMU-Wachstumsmarkt registriert – damit würden zum jetzigen Zeitpunkt in Deutschland alle geplanten Erleichterungen ins Leere laufen und der deutsche Mittelstand wäre gegenüber dem Mittelstand in anderen EU-Mitgliedstaaten erheblich benachteiligt.“ Hinzu komme, dass in einem KMU-Wachstumsmarkt nur die Hälfte der Unternehmen selbst KMU sein müssten und somit auch große Unternehmen, die an einem KMU-Wachstumsmarkt notieren, von den Erleichterungen profitieren können. „Die Politik in Deutschland ist auf diese Fehlkonstruktion noch nicht aufmerksam geworden. Hier ist dringendes Einschreiten gegenüber der Europäischen Kommission geboten“, sagt Wegerich.

Der Verband „Kapitalmarkt KMU“ wurde vor einem knappen Jahr in Frankfurt gegründet. Er setzt sich insbesondere für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für kleinere und mittlere Unternehmen bei der Kapitalmarktfinanzierung ein und tritt für die Belange des kapitalmarktorientierten Mittelstands im Dialog mit Politik, Gesetzgebung, Aufsicht und anderen Institutionen ein. Seine Mitglieder sind KMUs, Dienstleister, Finanzinstitute und Medien.

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
30.07.2018
Autor/in 
Redaktion die bank
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