Asset Management: Branche unter Druck
Jedem Zweiten droht der Kollaps

Von der Milliardenmaschine zum Problemfall: Bis 2022 müsse sich die Asset-Management-Branche auf einen deutlichen Profitabilitätsverlust einstellen. Das weltweit verwaltete Vermögen wachse langsamer, die Kosten steigen, und in der Folge schrumpfen die Gewinne. Zwischen 2018 und 2022 werde der Ertrag pro verwaltetem Euro Vermögen jedes Jahr im Schnitt um 7 Prozent fallen. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Studie „After the Easy Money Boom, Stark Choices for Asset Managers“ von Bain & Company. Die Vermögensverwalter hätten lange von billigem Geld und aufstrebenden Volkswirtschaften profitiert, aber jetzt stehe der Markt vor enormen Veränderungen und nicht alle Anbieter werden diesen Schnitt überleben, so die Studienautoren.
Viele Vermögensverwalter würden unterschätzen, wie stark staatliche Regulierung und der Technologiewandel ihr Geschäftsmodell gefährden. Auch das Verhalten der Anleger wandelt sich der Analyse zufolge fundamental: Sie verglichen zunehmend Produkte, Preise sowie Services der Anbieter und entschieden sich immer seltener für aktiv gemanagte Formen der Geldanlage.

Top-Performer erobern den Markt
Dieser Marktdruck treffe vor allem die weniger erfolgreichen Vermögensverwalter, und die Ertragskluft zwischen den zehn stärksten und den zehn schwächsten Asset-Management-Playern werde immer größer. Die Top-Performer werden ihren Vorsprung bei den Gewinnen bis 2022 auf 13 Basispunkte steigern, schätzen die Studienautoren. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 waren es gerade mal vier Basispunkte. Bei einem verwalteten Vermögen von 300 Mrd. Euro sind das 400 Mio. Euro Profit-Unterschied pro Jahr. Die Verlierer seien vor allem kleine und mittelgroße Vermögensverwalter ohne wirkliche Alleinstellungsmerkmale und mit austauschbaren Standard-Services – und diese Gruppe stehe für mehr als 50 Prozent des weltweiten Marktvolumens, so die Bain-Experten.
Vermögensverwalter, die überleben wollen, müssten sich vom Wettbewerb abheben, ihr Geschäftsmodell überarbeiten und eine geeignete Zukunftsstrategie für das eigene Unternehmen festlegen. Jetzt sei der Zeitpunkt festzulegen, welche Geschäftsbereiche gestärkt werden müssen, um vom wachsenden globalen Asset-Management-Markt nachhaltig profitieren zu können.

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
31.07.2018
Autor/in 
Redaktion die bank
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