DAI: Unternehmen brauchen Hilfe
Harter Brexit scheint unabwendbar

Die Ausarbeitung eines Handelsabkommens zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich stelle die Unternehmen auf beiden Seiten des Ärmelkanals vor die unzumutbare Aufgabe, Lösungen für Geschäftsbeziehungen zu finden, ohne zu wissen, welche Regeln am Tag des Austritts gelten werden, kritisiert Christine Bortenlänger, Geschäftsführerin des Deutschen Aktieninstituts (DAI), die Brexit-Verhandlungen. Nach wie vor seien wichtige Themen ungeklärt, ein ungeordneter Ausstieg des Königreichs im kommenden März scheine unabwendbar. 

Das DAI nimmt in seinem dritten Brexit-Positionspapier, das von einer interdisziplinär besetzten Projektgruppe erarbeitet wurde, Stellung zu den bei einem harten Ausstieg drohenden Problemen in den Bereichen Zölle, Produktzulassung, Datenschutz und Derivate. Anhand von Beispielen wird gezeigt, was die Unternehmen selbst tun können. Klar sei allerdings, dass die Unternehmen Unterstützung durch den Gesetzgeber und die Aufsicht brauchen werden. So müssten praktikable Lösungen für die Zollabwicklung und Grenzkontrollen gefunden werden, die der Dimension der Handelsströme Rechnung tragen. Planungssicherheit sei für die Unternehmen wichtig, damit sie Vertrauen in Investitionen haben könnten, lautet eine Forderung des Siemens-Finanzvorstands Ralf Thomas.  

Für Derivategeschäfte bedürfe es einer Übergangszeit mit Bestandsschutzregelung, fordert auch die Deutsche Bahn. Bestehende Absicherungsgeschäfte mit britischen Handelspartnern müssten wahlweise fortgeführt oder auf deren kontinentaleuropäische Konzerngesellschaften übertragen werden können, ohne dass das Hedge Accounting unter IFRS gefährdet werde, so Bahn-Finanzchef Wolfgang Bohner. „Aufgrund des hohen Zeitdrucks sowie der vielen offenen Fragen haben wir uns von Anfang an für Übergangsregelungen eingesetzt, um die durch den Brexit drohenden dramatischen Schäden für die europäische Volkswirtschaft abzuwenden,“ sagt Christine Bortenlänger. Das Deutsche Aktieninstitut fordert die Verhandlungspartner deshalb erneut auf, mit konstruktiven und praxisnahen Lösungen die negativen Auswirkungen des Brexit zu minimieren.

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Artikel veröffentlicht am:
18.09.2018
Autor/in 
Redaktion die bank
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