Venture Capital
Globale FinTech-Investitionen brechen ein

Die weltweiten Investitionen von Venture Capital-Unternehmen in Start-ups aus dem Finanzdienstleistungssektor (FinTechs) haben sich im 2. Quartal 2016 halbiert. Das ist das Ergebnis einer Analyse von KPMG und CB Insights. Die Unsicherheit auf den Weltmärkten in Verbindung mit hohen Bewertungen und bisher ausbleibenden IPO-Exits scheint zu einer Atempause bei Venture Capital-Investoren geführt zu haben, jedenfalls bei FinTech-Megadeals. Investitionen durch Banken in FinTechs und Versicherer in InsurTechs hingegen haben zugenommen. Die Gesamtinvestitionen in FinTechs weltweit stiegen von 5,7 Mrd. US-$ (1. Quartal 2016) auf 9,4 Mrd. US-$ im zweiten Quartal. Dabei entfallen allerdings allein auf Alibabas Ant Financial-Investment in China 4,5 Mrd. US-$. Der Anteil der globalen Venture Capital-Investments ist hingegen auf 2,5 Mrd. US-$ gesunken. Das ist ein Minus von 49 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2016 (4,9 Mrd. US-$). Im gleichen Zeitraum verringerte sich die Zahl der Deals auf 195 (minus 12 Prozent). Nach wie vor dominieren die USA die Venture Capital Deals im FinTech-Markt: Mit 1,3 Mrd. US-$ im ersten Quartal 2016 decken sie trotz eines Rückgangs (1. Quartal 2016: 1,7 Mrd. US-$) immer noch mehr als die Hälfte der VC-Investitionen weltweit ab. Den größten Einbruch erlebte Asien: Hier fiel das Investitionsvolumen von Venture Capital-Unternehmen in FinTechs von 2,6 Mrd. US-$ im ersten Quartal 2016 auf 800 Mio. US-$ im zweiten Quartal. Europa zeichnet ein anderes Bild: Die VC-Investitionen erhöhten sich um 22 Prozent auf 369 Mio. US-$ (erstes Quartal 2016: 303 Mio. US-$).
 
Deutschland überholt Großbritannien
In Deutschland stieg die Summe der VC-Investitionen in FinTechs sogar um satte 74 Prozent von 107 Mio. US-$ im ersten Quartal 2016 auf 186 Mio. US-$ im zweiten Quartal. Damit hat Deutschland Großbritannien überholt (2. Quartal 2016: 102 Mio. US-$). Die Anzahl der Investments in Deutschland lag wie im ersten Jahresquartal bei 14. KPMG-Partner Sven Korschinowski erklärt: „Grund für die positive Entwicklung in Deutschland sind große Runden wie die 40 Mio. US-$ bei N26 oder die 46 Mio. US-$ bei Finanzcheck. Ein Stück weit auch der föderale Charakter: Die beiden Investments wurden in Berlin und Hamburg getätigt. In Frankfurt entsteht mit dem Tech Quartier gerade ein großer FinTech-Hub. Die Entwicklung hat einen breiteren Boden. Außerdem haben auch einige Banken diverse Aktivitäten mit FinTechs gestartet.“ Ungeachtet des weltweiten Einbruchs bei den VC-Investitionen in FinTechs rechnet KPMG damit, dass die Gesamtinvestitionen im Jahr 2016 wieder ein ähnlich hohes Niveau erreichen werden wir im Vorjahr.

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
19.08.2016
Quelle(n):
Bildquelle: Fotolia.com/chombosan
Autor/in 
Redaktion die bank
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