Bankenstudie
Fusionen bei Sparkassen noch kein Thema

Schrumpfende Erträge, niedrige Zinsen und strenge regulatorische Anforderungen zwingen immer mehr regionale Banken zu Filialschließungen und Personalabbau. Viele Institute kämpfen nicht mehr nur um ihre Marktposition, sondern um ihre Existenz. In diesem Umfeld wird die Option, mit anderen Instituten zu fusionieren, immer attraktiver, wie aus einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Berg Lund & Company hervorgeht. Bei den Genossenschaftsbanken rechnen alle befragten Vorstände und leitenden Angestellten damit, dass bis 2019 jede zehnte Bank ihrer Zunft in einem anderen Institut aufgeht. Jeder achte Manager dieser Gruppe geht sogar davon aus, dass sich die Anzahl der Genossenschaften in den nächsten zwei Jahren mehr als halbieren wird. Aktuell gibt es noch knapp 1.000 genossenschaftlich organisierte Banken in Deutschland, im Jahr 1999 waren es mehr als 2.000. "Häuser mit Fusionserfahrung stehen einer Fusion als möglicher Handlungsoption zur weiteren Unternehmensentwicklung deutlich offener gegenüber", sagt Ingo Garczorz von Berg Lund & Company.

Die befragten Sparkassen schätzen die zukünftige Fusionsdynamik hingegen deutlich zurückhaltender ein. Von einer Halbierung der Sparkassen bis 2019 gehen gerade einmal drei Prozent der in dieser Gruppe befragten Manager aus. Etwa jeder Vierte rechnet mit mindestens 100 Fusionen. Die Kollegen aus den Genossenschaftsbanken hingegen zeichnen ein düstereres Bild ihrer Konkurrenz: Hier gehen 60 Prozent von mindestens 100 Sparkassen-Fusionen aus. Ein Fünftel glaubt sogar, dass bis 2019 jede Sparkasse im Durchschnitt eine Fusion durchlaufen wird. Wie die Studie zeigt, ergibt sich bei den Sparkassen-Managern kein einheitliches Bild, wenn sie nach ihrem eigenen Institut und der Entwicklung in ihrer Bankgruppe gefragt werden. Einen Grund für diese Unsicherheit sieht BLC-Experte Ingo Garczorz darin, dass das Thema Fusion bei der Unternehmensentwicklung in vielen Häusern noch ein Tabuthema ist. "Die Sparkassen sollten eine Fusion als eine 'natürliche Handlungsoption' behandeln, um sich frühzeitig über die verschiedenen Möglichkeiten und deren Attraktivität klar zu werden", empfiehlt Garczorz.

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
05.09.2017
Autor/in 
Redaktion die bank
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