Bürde für die Marktakteure
Finanzmarktregulierung in Zeiten des Umbruchs
 

In den zehn Jahren seit Ausbruch der Finanzkrise hat sich die Banken- und Finanzmarktregulierung mit atemberaubender Geschwindigkeit entwickelt, und eine „Entschleunigung“ der Rechtsentwicklung ist nicht in Sicht. Auch das Jahr 2018 hat schon viel Neues gebracht, sei es das Inkrafttreten von MiFIDII / MiFIR oder die Arbeit an Akten wie CRD V. Vorhaben wie die Europäische Einlagensicherung liegen derzeit auf Eis, könnten jedoch jederzeit reaktiviert werden. Unsere Autoren stellen ausgewählte Regulierungsinitiativen aus den Bereichen Kapitalmarktfinanzierungen und Verbriefung vor.

Was lange währt, wird endlich gut“, lautet ein bekanntes Sprichwort, das denjenigen Mut zu machen verspricht, die für eine Tätigkeit länger brauchen als erwartet. So könnte man zunächst zu dem Schluss kommen, dass die verschiedenen EU-Regulierungsvorhaben zur Stärkung von Banken und Finanzmarkt aufgrund der lang andauernden Prozesse, die eine besondere Sorgfalt vermuten lassen, am Ende dafür umso bessere Ergebnisse hervorbringen müssen. Betrachtet man sich diese Ergebnisse dann aber im Einzelnen, entstehen doch erhebliche Zweifel an der Richtigkeit des Sprichworts. 

Beim Blick auf die bisher wichtigsten Regulierungsvorhaben der EU im Jahr 2018 mit Bezug zu (strukturierten) Finanzierungen und Kapitalmarktinstrumenten stechen zunächst zwei Entwicklungen hervor: der Entwurf einer Verordnung für Europäische Crowdfunding-Dienstleister (European Crowdfunding Service Providers, ECSP) sowie der Entwurf einer Verordnung über europäische Staatsanleihen, die sogenannten Sovereign Bond-Backed Securities (SBBS). 

Crowdfunding

Die Unternehmen in Europa finanzieren sich zunehmend über verschiedene Wege. Die klassische Kapitalbeschaffung über Bankkredite verliert an Bedeutung, insbesondere für Start-ups und FinTechs kommen sie in der Vorgründungs- und Gründungsphase kaum in Betracht. Gleichzeitig sind solche Kleinstunternehmen nicht an komplexen Finanzierungsmodellen, die der Kapitalmarkt bietet, interessiert oder möchten gar fremde Gesellschafter „ins Boot“ holen. Eine alternative Finanzierungsmöglichkeit, die in den vergangenen Jahren stark an Beliebtheit gewonnen hat, bietet in solchen Fällen das Crowdfunding.

Das Crowdfunding wird derzeit hauptsächlich auf der Grundlage der nationalen Gesetzgebung durchgeführt, was bedeutet, dass Plattformen je nach Land, in dem sie tätig sind, unterschiedlichen Regeln unterliegen. Dies macht es für Plattformen besonders schwierig, ihre Dienste grenzüberschreitend anzubieten. 

Hier sieht die Europäische Kommission im Hinblick auf die Vertiefung der Kapitalmarktunion Handlungsbedarf und unterbreitet mit ihrem Verordnungsentwurf vom 8. März 2018 (2018/0048(COD)) Vorschläge für eine europaweite Vereinheitlichung und Regulierung von Crowdfunding.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
24.09.2018
Erschienen in Ausgabe:
08/2018
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Quelle(n):
Bildquelle: ©borchee | istockphoto.com
Autor/in 
Stefan Henkelmann, Dennis Kunschke
Dr. Stefan Henkelmann ist Rechtsanwalt und Partner im Bereich Internationales Kapitalmarktrecht bei Allen & Overy und verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Beratung zu Kapitalmarkttransaktionen, insbesondere zu strukturierten Finanzierungen. Er ist zudem Dozent am Institute for Law and Finance der Goethe-Universität Frankfurt am Main.  Dennis Kunschke ist Rechtsanwalt und Counsel bei Allen & Overy und spezialisiert auf Finanz- bzw. Bankaufsichtsrecht. Er ist regelmäßig Herausgeber und Bearbeiter von Standardwerken im Bereich des Finanzaufsichtsrechts und hält entsprechende Vorträge und Vorlesungen, z. B. an der Universität Liechtenstein.
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