Notenbank
EZB belässt Leitzins bei null Prozent

Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins in der Eurozone auf dem Rekordtief von null Prozent. Außerdem müssen Banken weiter 0,5 Prozent Negativzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank parken. Wie bereits angekündigt, will die Notenbank zudem von November an auf unbestimmte Zeit monatlich 20 Mrd. Euro in den Erwerb von Anleihen stecken. Das teilte der EZB-Rat am Donnerstag mit. Wie es weiter hieß, würden die Zinsen noch solange auf dem derzeitigen Niveau oder tiefer liegen, bis sich die Inflation wieder deutlich der Marke von knapp zwei Prozent annähert.

„Die Leistungen von Mario Draghi als EZB-Präsident insbesondere in der ersten Hälfte seiner Amtszeit sind unbestritten“, erklärte Bankenpräsident Hans-Walter Peters mit Blick auf die letzte EZB-Ratssitzung des scheidenden Notenbankpräsidenten. Mit einer klaren Kommunikation sei es der europäischen Notenbank ab Sommer 2012 gelungen, das Vertrauen in die Währungsunion wieder zu stärken. „In der Folgezeit hat sich die EZB mit dem von ihr eingeschlagenen Krisenmodus jedoch festgefahren.“, so Peters.

Trotz eines kräftigen Wirtschaftswachstums im gesamten Euroraum sei es der Notenbank nicht gelungen, aus der Krisenpolitik herauszukommen. „Noch schlimmer, sie hat die Zinsen immer weiter in den Minusbereich gedrückt – zum Leid der Sparer und des gesamten Finanzwesens.“ Während die Banken im Euroraum für ihre Einlagen Zinsen an die EZB zahlen müssten, erhielten US-amerikanischen Mitbewerber dafür Geld von der Fed. „Die Differenz seit Mitte 2014: 120 Mrd. Euro! Das kann so nicht bleiben: Negative Zinsen auf Dauer festzuschreiben, bringt unser Finanzsystem in ganz schweres Fahrwasser“, resümierte Peters. 

EZB-Chef Draghi scheidet zum Ende des Monats nach acht Jahren aus dem Amt. Seine Nachfolgerin, die bisherige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde übernimmt zum 1. November die Führung der Zentralbank. Bei einem Festakt am Montag, den 28. Oktober in Frankfurt am Main wird Draghi offiziell verabschiedet. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
24.10.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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