Nullzinsen
EZB sieht Risiken bei der Finanzstabilität

Nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die Gefahren und Herausforderungen für die Finanzstabilität vor dem Hintergrund der Niedrigzinspolitik zugenommen. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos sagte anlässlich der Vorlage des halbjährlichen Finanzstabilitätsberichts der Währungshüter am Mittwoch in Frankfurt am Main: „Während das Niedrigzinsumfeld die Gesamtwirtschaft stützt, stellen wir auch eine steigende Bereitschaft fest, Risiken einzugehen.“ Die EZB verwies hierbei auf Gefahren durch Investmentfonds, Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften. Sollte es zu einer unerwarteten Neubewertung von Vermögenswerten kommen, könnten die wachsenden Kredit- und Liquiditätsrisiken im Nichtbanken-Finanzsektor negative Folgen für das gesamte Finanzsystem haben. 

Für Kreditinstitute im Euroraum bleiben die negativen Zinsen eine finanzielle Belastung. Doch das ist nicht ihre einzige Herausforderung: „Die Eigenkapitalrendite der Geldhäuser in der Eurozone wird voraussichtlich weiter unter Druck bleiben – und zwar sowohl aufgrund der schwächeren Wirtschaftsaussichten als auch aufgrund anhaltender Kostenineffizienzen und Überkapazitäten“, erklärte die EZB. Ungeachtet dessen hält die Notenbank den Bankensektor insgesamt für robust.

Seit März 2016 liegt der Leitzins in der Eurozone bei null Prozent. Im September kündigte die Notenbank eine weitere umstrittene geldpolitische Maßnahme an: Statt minus 0,4 Prozent müssen Banken nun minus 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie überschüssiges Geld bei der Notenbank parken wollen. Mittlerweile geben immer mehr Institute den Negativzins an ihre Kunden weiter. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
20.11.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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