Italien
EZB ernennt Verwalter für Krisen-Bank

Die Europäische Zentralbank (EZB) greift dem angeschlagenen italienischen Geldhaus Banca Carige unter die Arme. Bei dem Institut übernehmen drei Übergangsverwalter und ein Überwachungskomitee die Regie und ersetzen den bisherigen Verwaltungsrat. Das teilte die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Die Entscheidung sei notwendig, da die Mehrheit des Verwaltungsrats zurückgetreten sei. Medienberichten zufolge soll die Übergangsverwaltung die Bank steuern und ihre Führung stabilisieren.

Im Dezember hatte die Banca Carige in Genua vergeblich versucht, die Aktionäre dafür zu gewinnen, 400 Millionen Euro frisches Kapital einzusammeln. Damit sollte in Italien ein weiterer Zusammenbruch einer Bank verhindert werden. Die Familie Malacalza, die 27,5 Prozent der Anteile hält, lehnte das Vorhaben jedoch ab und forderte Details zum Geschäftsplan. Daraufhin trat die Mehrheit des Banca-Carige-Aufsichtsrats zurück. Das Geldhaus hat rund 5000 Angestellte und eine Million Kunden. 

In den letzten Jahren wurden in Italien sechs Regionalbanken gerettet. Sparer mussten deswegen Milliardenverluste hinnehmen. Italienische Banken stehen an der Börse besonders unter Beobachtung, da sie viele Problemkredite in ihren Büchern haben. Vor dem Hintergrund der Schuldenpolitik in Rom könnten auch die großen Bestände an italienischen Staatsanleihen zur Belastung für die Institute werden. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
03.01.2019
Autor/in 
Redaktion die Bank
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