Fünf-Jahres-Bilanz
„ESUG“ ist zum Erfolg gereift

Fünf Jahre nach Inkrafttreten des neuen Insolvenzrechtes "Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen" (ESUG) werden die Ziele der Reform im Kern erfüllt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von The Boston Consulting Group (BCG). Der Anteil der Verfahren in Eigenverwaltung an allen Unternehmensinsolvenzen ist mit 2,6 Prozent stabil. Die Dauer der ESUG-Verfahren bleibt mit rund zwei bis drei Monaten weiterhin kürzer als die der Regelinsolvenz. Zudem stärkt das Gesetz die Position der Gläubiger: 2016 wurde in weniger als der Hälfte der Verfahrensfälle in die Gesellschafterrechte eingegriffen. Im Falle eines Eingriffs verblieben den Altgesellschaftern im Durchschnitt 10 Prozent der Anteile. Die von den Gläubigern erwarteten Sanierungsbeiträge steigen in der Tendenz – in drei von vier Fällen kommt es zum sogenannten "Haircut", dabei liegt der Forderungsverzicht in 90 Prozent dieser Fälle bei mehr als 50 Prozent.

Die Einführung des ESUG sei im Ergebnis ein Erfolg, so Rüdiger Wolf, Partner von BCG. So sei die Dauer und der Ablauf von Insolvenzverfahren besser planbar geworden und in den vergangenen Jahren stabil geblieben. Seit Inkrafttreten des ESUG vor fünf Jahren wurden rund 48.300 Insolvenzverfahren bei Personen- und Kapitalgesellschaften eröffnet. Davon wurden 1.236 Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt beziehungsweise abgewickelt. Die Zahl der gescheiterten Verfahren in Eigenverwaltung (§270a) und die der Schutzschirmverfahren (§270b) sind jedoch weiterhin hoch: Im Jahr 2016 scheiterten 41 Prozent der Eigenverwaltungsverfahren und 32 Prozent der Schutzschirmverfahren.

Bei den 50 größten Unternehmensinsolvenzen hatten Eigenverwaltungen im Jahr 2016 mit 58 Prozent einen vergleichsweise hohen Anteil – in den Vorjahren waren es nur 20 Prozent. Die Analyse zeigt jedoch auch, dass 2016 die 50 größten Unternehmensinsolvenzen im Schnitt deutlich kleinere Unternehmen betrafen als in den Vorjahren. Seit Inkrafttreten des ESUG machen kleine Unternehmen mit einem Anteil von zuletzt 67 Prozent den Großteil an allen Eigenverwaltungsverfahren aus.

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
13.03.2017
Autor/in 
Redaktion die bank
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