Kommentar
Eldorado der Berater
 

Prozesse optimieren, Effizienz steigern, Strategien entwerfen und Projekte umsetzen – dies sind die klassischen Betätigungsfelder von Unternehmensberatungen. Wer hier Branchen- und Methodenkompetenz mit Expertise im Betrieb kompletter Geschäftsprozesse vereint und zudem etwas von der Umsetzung von Beratungskonzepten in IT-Prozesse versteht, der kann den Banken wertvolle Unterstützung geben.

Durch die Fülle nicht enden wollender bankaufsichtlicher Anforderungen kommt nun noch eine entscheidende Komponente hinzu: Risikomanagement und Regulatorik. Gemäß einer Analyse des Marktforschungsunternehmens Lünendonk rangieren die rechtlichen Rahmenbedingungen bei den grundsätzlichen Erwartungen an externe Managementberatungsdienstleister knapp hinter Prozessoptimierung und Strategie (Geschäftsmodell, Ausrichtung, Umsetzung). Zwar gehören die Front-Office-bezogenen Themen wie CRM-Strategie, Vertriebssteuerung und Produktentwicklung in Summe nach wie vor zu den wichtigsten Aufgaben für Managementberatungen, aber zumeist stehen die Themen in direkter Verbindung mit der Umsetzung rechtlicher Rahmenbedingungen, beispielsweise Basel III, SEPA oder EMIR. Kaum ein Institut vermag heute noch auf externe Unterstützung zu verzichten, denn das verfügbare Personal reicht nach etlichen Kostensenkungsmaßnahmen in der Regel schlicht nicht mehr aus, um den Überblick zu bewahren, welche gesetzlichen Vorgaben für ein bestimmtes Produkt oder in einem bestimmten Prozessschritt zu berücksichtigen sind. Gleichwohl müssen die Banken gewährleisten, dass alle gesetzlichen Vorgaben im Unternehmen eingehalten werden. Die Vorschriften gemäß MaRisk AT 4.4.2 verstärken jetzt zusätzlich den Druck auf die Institute. Nur gut, dass externe Beratungsdienstleistungen als Sachkosten und nicht als Personalkosten verbucht werden. Zudem bieten sie für das Bankmanagement ein Höchstmaß an Flexibilität. Ist ein Projekt beendet (z. B. SEPA), endet auch das Beratungsmandat. Doch ohne Verschnaufpause muss schon die nächste Regularie in Angriff genommen werden.

Fachkräftemangel teilen sich Banken und Berater
Unternehmensberater und Lösungsanbieter mutieren somit zu den größten Nutznießern der nationalen und internationalen Regulatorik. Schon heute ist die Kreditwirtschaft die wichtigste Kundengruppe der Beratungsunternehmen. Gemäß der Lünendonk-Studie „Managementberatung in Deutschland“ (2014) belegen die Banken mit Abstand Platz 1 (17 Prozent), gefolgt von der Automobilindustrie (zwölf Prozent), der Maschinenbaubranche (neun Prozent) sowie Chemie und Pharma (acht Prozent). Im vergangenen Jahr 2013 gelang es den in Deutschland aktiven Managementberatungsunternehmen, mit über 13 Prozent ein zweistelliges Umsatzwachstum zu generieren. Damit setzte sich der Trend der vergangenen Jahre fort (2012: zehn Prozent). Ein Problem teilen sich allerdings Banken und deren Berater: den Fachkräftemangel. Die Knappheit an geeigneten Mitarbeitern stellt den größten Behinderungsfaktor für die weitere Entwicklung und den Erfolg der Unternehmen dar. Der Mangel an regulatorischer Kompetenz wird somit zur Performance-Bremse. 

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Fachzeitschrift "die Bank" 10-2014. Die Ausgabe kann im Abo oder einzeln bezogen werden. Zusätzlich kann auch dieser Artikel einzeln bezogen werden.
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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
30.09.2014
Erschienen in Ausgabe:
Autor/in 
Stefan Hirschmann
Dr. Stefan Hirschmann ist  Chefredakteur der Zeitschrift „die bank“
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