Acht Partner machen deutsche Infrastruktur eIDAS-fit
eID-Funktionen europaweit nutzen

Mit der Fazilität „Connecting Europe“ (CEF) unterstützt die Europäische Union Vorhaben von gemeinsamem Interesse für transeuropäische Netze in den Bereichen Verkehr, Telekommunikation und Energie. Acht deutsche Partner haben sich nun in Abstimmung mit dem Bundesinnenministerium darum beworben, aus diesem Topf eine Finanzierung für den Ausbau der deutschen eID-Infrastruktur zu erhalten – aufbauend auf der Nutzung der eID-Funktion, die im Personalausweis implementiert und freigeschaltet ist. Diese Online-Ausweisfunktion kann genutzt werden, um beispielsweise im Internet Geschäfte abzuschließen oder Behördengänge zu erledigen. Mithilfe des „Treats“ (Trans European Authentication Services) genannten Projekts soll diese Struktur gemäß der eIDAS-Verordnung1  für eine europweite Nutzung geöffnet werden. 

Das Projekt läuft bis Ende November dieses Jahres. Am Ende sollen die deutschen eID-Server eIDAS-fähig sein und für Erweiterungen bzw. Befähigungen für eID-Anwendungen, Bürgerdienste und Servicekonten bereitstehen. „Treats“ steht aber darüber hinaus für ein grenzüberschreitendes E-Government, denn auch Europäer aus anderen Ländern sollen die deutschen eID-Angebote künftig mit notifizierten elektronischen Identitäten nutzen können.

Die acht beteiligten Gruppierungen beschäftigen sich mit unterschiedlichen Aspekten der elektronischen Identität. So gibt es beispielsweise an der Hochschule Harz ein Team unter der Leitung von Prof. Dr. Hermann Strack, das bereits vorhandene eID-Anwendungen für Studierende, Bewerber, Mitarbeiter und Kooperationspartner entsprechend der eIDAS-Verordnung erweitern will. Die Bundesdruckerei wird ihren eID-Service um eIDAS-konforme Dienste erweitern. Dazu wird in einem ersten Schritt ein hoheitliches ID-Dokument eines EU-Mitgliedsstaats über den Service der Bundesdruckerei authentisiert. Ausländische EU-Bürger sollen künftig eine Meldebescheinigung online beantragen können. Damit wird die technische Grundlage für eine EU-weite Nutzung von eGovernment-Angeboten geschaffen. Die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) setzt die eID-Funktion zur Authentifizierung im Servicekonto des BayernPortals ein. Im Projektverlauf wird die AKDB Prozesse für das Einlesen unterschiedlicher nationaler eIDs und für das Speichern der Daten im Servicekonto entwickeln. Dabei werden die entsprechenden Vertrauensniveaus berücksichtigt und die Verarbeitung der verschiedenen Datensätze durch die Fachdienste sichergestellt.

In einem weiteren Teilprojekt beschäftigt sich der Berliner Softwarevertrieb HSH mit der Anpassung Online-Meldebescheinigung an europäische eID-Systeme, sodass künftig auch EU-Bürger eine Meldebescheinigung online beantragen können. Dienstleister Sixform greift die länderübergreifende An-/Ab- und Ummeldung von Gewerben auf. Die Umsetzung erfolgt mit einem intelligenten PDF-Formular für medienbruchfreie Vorgangsbearbeitung nach den Regularien der IT-Planungsratsanwendung FIM (Föderales Informationsmanagement). Die deutschen eID-Server-Hersteller OpenLimit, MTG und Governikus werden im Rahmen des Projekts den von der EU-Kommission bereitgestellten eIDAS-Connector implementieren bzw. ihre Server um eIDAS-Fähigkeiten erweitern und so auf die europaweite Nutzung vorbereiten.

Im Juni wollen alle Partner im Rahmen einer gemeinsamen Informationsveranstaltung in Wernigerode die bis dahin erzielten Erfolge und die weiteren Ziele vorstellen. Eine gemeinsame Webseite, auf der man sich über das Projekt weiter informieren könnte, existiert leider (noch) nicht. Die genannten Institutionen und Unternehmen haben jeweils eigene Ansprechpartner für Detailfragen benannt.


1 Verordnung (EU) Nr. 910/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Juli 2014 über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt

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Artikel veröffentlicht am:
18.01.2017
Quelle(n):
Bildquelle: ©nenetus - Fotolia
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Redaktion die bank
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