Nachlese Bankathon 2015
Die Revolution der Finanzwelt blieb aus
 

Wenn das Handy anzeigt, wann der Nutzer welche Rechnung bezahlt hat, dann ist dies keine Zukunftsmusik, sondern eine konkrete Anwendung, die auf dem Bankathon 2015 in Frankfurt vorgestellt wurde. Um einen Blick in die Zukunft zu werfen, trafen Banken im sog. Social Impact Lab auf FinTech-Start-ups, die mit neuen Ideen und Anwendungen in nur zwei Tagen das Banking revolutionieren wollten. Der Name der Veranstaltung spiegelt die Kollaboration von Bankenwelt und Hackathon wider, ein Programmierwettbewerb mit über 80 Entwicklern, die in 26 Teams organisiert waren.

Wie gut so etwas gelingen kann, zeigt die Siegeranwendung des Teams Candis, die unterschiedliche Web-Dienste mit den Services der FinTechs Figo und Gini verbindet und sprachgesteuert auf das Smartphone bringt. Mit einer Anweisung werden zunächst der eigene Cloud-Speicher angebunden und die vorhandenen Dokumente nach Rechnungen durchsucht. Die identifizierten Rechnungen werden dann mit den Kontotransaktionen über den Service von Figo abgeglichen. Im Anschluss kann Candis die Frage beantworten, ob und wann eine Rechnung bereits bezahlt wurde und dies anhand eines Fotos der Rechnung mit dem Smartphone.

Auf dem zweiten Platz landete eine Anwendung zur Erläuterung des eigenen Rentenbescheids mit einer Analyse der Vorsorgelücke des FinTechs Fairr.de, auf Platz drei der Kontenwechselservice des Teams Move.me. Die ganze Breite des Anwendungsspektrums der entwickelten Prototypen zeigte der Hardware-Hack von Press Any Key, der aus dem Magnetstreifen einer Kreditkarte eine HCE-konforme Karte im Mobiltelefon erzeugt. So soll die Zahlung per NFC auch mit Karten von Banken möglich werden, die NFC-Zahlungen eigentlich nicht unterstützen. Den Schwerpunkt der Anwendungen bildeten allerdings Lösungen für das Liquiditätsmanagement, Personal Finance Management und die Visualisierung von Transaktionen. So kann etwa der Prototyp von Prosper nicht nur das Ausgabeverhalten für den Kunden analysieren und visualisieren, sondern leitet daraus auch noch Sparvorschläge für den Kunden ab, denen dieser folgen kann, ohne dass er in Liquiditätsprobleme gerät. Die Kölner Firma Railslove entwickelte eine Lösung, mit der Nutzer ihre Rechnungen per E-Mail an einen Service weiterleiten können, der daraus alle notwendigen Daten extrahiert und die Rechnung via EBICS im Hintergrund bezahlt.

Das Ziel des Bankathon, in zwei Tagen Prototypen zu entwickeln, die live präsentiert werden konnten, wurde von allen Teams erreicht. Dabei waren nicht nur die vielen unterschiedlichen Ideen und Ansätze interessant, sondern auch die Art und Weise, wie Prototypen in kleinen, agil arbeitenden Teams innerhalb kürzester Zeit entstehen können. Dass die Revolution der Finanzwelt letztendlich ausblieb, stand angesichts der Zeitvorgabe von zwei Tagen zu erwarten. Die Ideen für die Anwendungen und deren schnelle praktische Umsetzung lieferten den Vertretern von Banken gleichsam wichtige Impulse.

 

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Artikel veröffentlicht am:
04.05.2015
Erschienen in Ausgabe:

Quelle(n):

Autor/in 
Sascha Dierkes
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