Bitkom und BSI warnen: Starke Zunahme von Cyber-Attacken
Die Gefahr kommt aus dem Web
 

Wenn sich Unternehmen früher mit Wachmännern und Diensthunden vor illegalen Eindringlingen schützen konnten, sind heute andere Schutzmechanismen gefragt. Der reale Einbrecher, der auf dem Firmengelände Waren oder Werkzeuge stiehlt, ist harmlos im Vergleich zur Gefahr aus dem Internet.

Gut acht von zehn deutschen Industrieunternehmen berichten über eine Zunahme der Cyber-Attacken in den letzten beiden Jahren, mehr als Drittel verzeichnete sogar eine starke Zunahme von Datenklau, Spionage oder Sabotage. Quer durch alle Branchen stehe die deutsche Industrie unter „digitalem Dauerbeschuss“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg bei der Vorstellung einer Sicherheits-Studie. Der Querschnitt der Täter reiche dabei vom „digitalen Kleinkriminellen“ über die organisierte Kriminalität bis hin zu Hackern im Staatsauftrag. Und die weiteren Aussichten sind eher düster: „Qualität und Umfang der Cyber-Angriffe werden weiter zunehmen“, so Berg.

Seine Prognose deckt sich mit der Aussage der befragten Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortlichen, die zu 82 Prozent mit einer Zunahme der Attacken rechnen. Schutz bieten neben technischen auch organisatorische und personelle Sicherheitsvorkehrungen, das wissen auch die Unternehmen. Sie schützen ihre Geräte mittlerweile flächendeckend durch Passwörter, installieren Firewalls und Virenscanner und machen regelmäßige Backups ihrer Daten. Immerhin ein Viertel simuliert zudem Angriffe von außen mithilfe von Penetrationstests. 5 Prozent der Unternehmen beschäftigen sich im Zusammenhang mit IT-Sicherheit bereits mit Künstlicher Intelligenz, um sich gegen Datendiebstahl und ähnliche Unbill zu schützen. 

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat in den letzten Monaten eine erhöhte Gefährdungslage im Bereich der Cyber-Sicherheit wahrgenommen. Schadprogramme wie WannaCry, NotPetya oder Spectre/Meltdown zeigten eine neue Qualität von Cyber-Angriffen und IT-Sicherheitsvorfällen und richteten sich gegen die Grundpfeiler der Informationstechnologie, während gleichzeitig die Digitalisierung und Vernetzung von IT-Systemen, Alltagsgegenständen und Industrieanlagen voranschreite. Diese Kombination hebe die Gefährdungslage auf ein neues Niveau, heißt es im „Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2018.“  BSI-Präsident Arne Schönbohm stellte den Bericht gemeinsam mit Bundesinnenminister Horst Seehofer vor und erläuterte, die nationale Cyber-Sicherheitsbehörde müsse täglich neue Lösungen konzipieren und umsetzen. Der Lagebericht belege aber die Erfolge der Maßnahmen im Bereich der Prävention, Detektion und Reaktion, etwa mit der Umsetzung der Cyber-Sicherheitsstrategie der Bundesregierung oder des IT-Sicherheitsgesetzes.

Das BSI beobachtet eine hohe Dynamik der Angreifer bei der Weiterentwicklung von Schadprogrammen und Angriffswegen. Bereits bekannte Schadsoftware wird fortlaufend weiterentwickelt. Immerhin wurden im Berichtszeitraum keine größeren Angriffswellen mit Verschlüsselungs-Software registriert. Ransomware bleibe aber eine massive Gefährdung, die der deutschen Wirtschaft Schäden in Millionenhöhe beschere. 

Als neue Gefährdung hat das BSI im Lagebericht das Thema illegales Krypto-Mining näher betrachtet. Aufgrund der hohen finanziellen Attraktivität und der Unauffälligkeit der Infektionen sei illegales Krypto-Mining als signifikant zunehmendes Cyber-Risiko zu bewerten.

Der aktuelle Lagebericht ist auf der Webseite des BSI unter https://www.bsi.bund.de/DE/Publikationen/Lageberichte/lageberichte_node.html  verfügbar, die Bitkom-Studie „Wirtschaftsschutz in der Industrie 2018“ unter https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Wirtschaftsschutzstudie-2018.html  

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Artikel veröffentlicht am:
11.10.2018
Quelle(n):
Bildquelle: Henrik5000 | iStockphoto.com 
Autor/in 
Redaktion die bank
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